Man kennt das ja: Man steht an einem ganz normalen Dienstagmorgen in der Küche, der Kopf ist noch halb im Halbschlaf und die Familie guckt hungrig und erwartungsvoll. Mir ging es genau so, als ich eines Tages auf der Suche nach einem etwas anderen Frühstück war. Kein langweiliges Brötchen, kein schnödes Toast, sondern etwas, das satt macht, dem Körper etwas Gutes tut und trotzdem super lecker schmeckt. Die Zeiten, in denen ich mit Haferflocken vorliebnahm, waren mir einfach zu eintönig geworden. Also habe ich angefangen, im Internet zu stöbern, ob es vielleicht irgendein Rezept gibt, das „anders“ ist und womit ich auch ganz entspannt morgens nicht in Zeitnot komme.
Und da war dieser Protein Bagel. Anfangs dachte ich: „Protein? Bagel? Klingt ein bisschen nach kompliziertem Fitnessfood.“ Aber je mehr ich darüber las, desto neugieriger wurde ich. Die Idee, einen herzhaften Bagel zu backen, der auch noch aus nährstoffreichen Zutaten besteht, fand ich spannend. Außerdem fand ich die Vorstellung toll, die Familie mit etwas Selbstgemachtem zu überraschen, das auch noch sättigend und lecker ist. Meistens weiche ich ja bei Frühstücksrezepten auf schnelle Fertigprodukte aus, aber hier dachte ich mir, dass ich das mal ganz anders machen möchte.
Der erste Versuch war tatsächlich ein kleines Abenteuer in meiner Küche. Der Teig fühlte sich an wie ein kleines Geheimnis, die Küche fing an, nach frisch gebackenem Brot zu duften – diese Kombination aus leicht nussigen und süßlichen Aromen, die aus dem Ofen kamen, war einfach unwiderstehlich. Leicht rauchig durch das Backen, aber auch aromatisch durch die Zutaten. Ich musste mich förmlich zusammenreißen, nicht gleich den ganzen Bagel warm zu verputzen. Meine Kinder waren Anfangs skeptisch, wie so oft bei experimentellem Essen, aber beim ersten Bissen hörte ich kein Gemecker mehr, ganz im Gegenteil. Die Augen leuchteten, und ich bekam eine spontane Umarmung von meinem kleinen Sohn – das sagt wirklich alles.
Seit diesem Tag gehört der Protein Bagel bei uns zu den Stammgerichten am Wochenende, aber auch unter der Woche wird er gern genommen, wenn es mal etwas schnelles und nahrhaftes geben soll. Man kann ihn vielseitig belegen, schön variieren und er bleibt auch ein paar Stunden frisch und saftig. Es ist so ein Mischding aus gesundem Snack und gemütlicher Mahlzeit, die immer wieder Freude macht. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich ihn zubereite, weil das Backen einfach entspannt und man später so ein tolles Ergebnis in den Händen hält. Und genauso soll echtes Essen sein – lecker, einfach, voller Liebe und ohne großen Schnickschnack.
Zutaten
200 Gramm Magerquark
100 Gramm Dinkelmehl (Typ 630)
50 Gramm Haferflocken (fein gemahlen oder zart)
30 Gramm Whey-Proteinpulver (neutral oder Vanillegeschmack)
1 Ei
1 Teelöffel Backpulver
1 Prise Salz
1 Teelöffel Honig oder Ahornsirup
50 Milliliter Milch (nach Bedarf mehr oder weniger)
Optional: Sesam, Mohn oder Kürbiskerne zum Bestreuen
Zubereitung
Zuerst stelle ich alle Zutaten bereit, damit ich später nicht hetzen muss. Das erleichtert das Ganze ungemein und schont die Nerven am Morgen oder wann immer man Lust auf die Bagels hat. Ein großer Rührbecher, ein Schneebesen oder eine Gabel, eine große Schüssel und natürlich ein Backblech mit Backpapier sind auch hilfreich.
Als erstes vermische ich den Magerquark mit dem Ei in einer Schüssel. Es ist wichtig, dass die Zutaten Zimmertemperatur haben, denn so lässt sich der Teig später besser verarbeiten und wird fluffiger. Man merkt sofort, dass der Quark dieser Mischung eine gewisse Frische und Feuchtigkeit verleiht. Das Ei sorgt dafür, dass der Bagel eine gute Bindung bekommt.
Danach füge ich das Proteinpulver hinzu. Das gebe ich immer erst langsam dazu und rühre es gleich ein, um keine Klümpchen zu bekommen. Das Proteinpulver unterstützt nicht nur den Geschmack ein wenig, sondern sorgt auch für die nötige Portion „Protein“, die den Bagel so besonders macht. Wer mag, kann hier Vanille nehmen, für eine süßere Note, oder eine neutralere Variante, damit der Geschmack eher herzhafter bleibt.
Jetzt kommen die Haferflocken dazu. Ich nehme gerne feine Haferflocken, weil sie dem Teig eine angenehme Konsistenz geben, ohne zu grob zu sein. Sie liefern außerdem eine leichte Süße und binden Wasser, was dem Bagel seine Weichheit gibt. Kurz unterrühren.
Im nächsten Schritt mische ich das Dinkelmehl und das Backpulver zusammen. Das Mehl ist die Basis für den Teig und gibt dem Ganzen die nötige Substanz. Das Backpulver ist wichtig, damit die Bagels beim Backen schön aufgehen und locker werden. Die Prise Salz ist dafür da, um die Aromen zu verstärken – nicht zu viel, denn der Bagel soll ja ausgewogen schmecken.
Nun vermische ich die trockenen Zutaten mit der Quark-Ei-Mischung. Dabei gebe ich nach und nach die Milch dazu. Die Menge der Milch variiert immer ein wenig, je nachdem, wie viel Feuchtigkeit der Quark schon mitbringt. Der Teig sollte eine leicht klebrige und geschmeidige Konsistenz haben, die aber trotzdem noch formbar ist. Wenn der Teig zu nass ist, streue ich ein bisschen mehr Mehl ein, wenn er zu trocken wirkt, gebe ich noch etwas Milch dazu. Diesen Schritt finde ich am wichtigsten, denn nur so bekommt man schöne Bagels, die beim Backen nicht trocken werden.
Nachdem der Teig fertig ist, teile ich ihn in vier bis fünf gleich große Portionen. Jede Portion forme ich zu einer Kugel und drücke dann mit dem Daumen ein Loch in die Mitte, so dass ein klassischer Bagel entsteht. Dabei ist es wichtig, das Loch nicht zu klein zu lassen, denn das sorgt dafür, dass der Bagel gleichmäßig durchbackt und traditionell aussieht. Die geformten Bagels lege ich auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech.
Vor dem Backen bestreiche ich die Bagels noch leicht mit etwas Milch oder einem verquirlten Ei. Das gibt den Bagels eine schöne, goldbraune Oberfläche nach dem Backen und sorgt für einen appetitlichen Glanz. Anschließend kann man je nach Belieben noch Sesam, Mohn oder andere Körner darüberstreuen, das macht die Bagels schön knusprig und bringt noch ein bisschen extra Geschmack hinein.
Den Backofen heize ich auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vor. Die Bagels kommen dann für etwa 20 bis 25 Minuten in den Ofen. Während des Backens verspreche ich mir selbst immer, was für eine tolle Duftwolke sich in der Küche verbreitet – ein angenehm nussiger, leicht süßer Duft mischt sich mit einem warmen Hauch von frischem Gebäck. Man kann die Bagels beobachten, wie sie sanft aufgehen und eine leicht gebräunte Oberfläche bekommen. Nach der Backzeit nehme ich sie heraus und lasse sie gut auf einem Gitter abkühlen. Es ist wirklich verlockend, die Bagels noch warm zu probieren, aber nach kurzer Abkühlzeit sind sie perfekt in Konsistenz und Geschmack.
Tipps und Varianten
Protein Bagel ist ein Rezept, das so wunderbar wandelbar ist! Je nachdem, welche Zutaten man nimmt, kann man die Bagels sowohl süß als auch herzhaft zubereiten. Wenn man Lust auf einen süßen Bagel hat, kann man zum Beispiel etwas Zimt ins Mehl geben oder getrocknete Früchte mit in den Teig kneten. Für herzhafte Varianten bieten sich Kräuter wie Oregano, Thymian oder Rosmarin an, die dem Bagel eine mediterrane Note geben. Auch klein gewürfelte getrocknete Tomaten oder Oliven sind eine tolle Ergänzung.
Wer kein Whey-Proteinpulver zuhause hat oder es schlicht nicht verwenden möchte, kann alternativ andere pflanzliche Proteinpulver ausprobieren oder einfach etwas mehr Haferflocken und Mehl verwenden. Das ändert zwar die Konsistenz leicht, aber der Gesamteindruck bleibt lecker. Falls der Quark zu feucht ist, lieber etwas mehr Mehl dazugeben. Wichtig ist, dass der Teig am Ende gut zu verarbeiten ist, weder zu klebrig noch zu trocken.
Falls die Bagels übrig bleiben, kann man sie prima in einem luftdichten Behälter oder einer Brotbox aufbewahren. So bleiben sie bis zu zwei Tage frisch. Zum Aufwärmen eignen sich kurz angeheizte Pfannen oder ein Toaster – so werden sie wieder schön warm und ein bisschen knusprig, ohne auszutrocknen. Die Bagels lassen sich auch problemlos einfrieren. Einfach in Alufolie oder einem Gefrierbeutel verpacken und nach Bedarf auftauen. So hat man immer eine schnelle Mahlzeit parat.
Beim Verzieren und Belegen sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Besonders lecker finde ich selbstgemachten Frischkäse mit Kräutern, aber auch ein gutes Stück Käse, frische Tomatenscheiben, Gurken oder geräucherter Lachs schmecken hervorragend. Für die süße Variante gebe ich gern Fruchtaufstrich, Honig oder Mandelbutter auf die warmen Bagels. Und wer es richtig herzhaft mag, probiert einmal Avocado mit Chili und Limette als Topping aus.
Der Protein Bagel eignet sich hervorragend für Familien mit Kindern, die morgens oft etwas schnelles und sättigendes essen möchten. Auch als Snack zwischendurch oder als leichtes Mittagessen macht er eine gute Figur. Ich bereite ihn oft am Wochenende vor, wenn ich mehr Zeit habe, und friere gleich die doppelte Menge ein. Das erspart unter der Woche Hektik in der Früh und ich freue mich trotzdem über selbstgemachtes, frisches Gebäck auf dem Teller.
Ein kleiner Fehler, den man vermeiden sollte, ist das Überkneten des Teigs. Das macht ihn zu fest und kann die Bagels zäh werden lassen. Man sollte sie lieber sanft bearbeiten und nicht zu viel Mehl auf einmal unterheben. Ebenso kann es passieren, dass die Bagels zu klein gemacht werden – das Loch in der Mitte sollte wirklich großzügig sein, da sonst die Backzeit nicht ideal ist und die Bagels innen nicht richtig durchbacken.
Insgesamt ist der Protein Bagel ein wunderbares Rezept, das aus meiner Küche nicht mehr wegzudenken ist. Es verbindet leckeren Geschmack mit einer nahrhaften Basis, macht Spaß bei der Zubereitung und sorgt dafür, dass ich und meine Familie mit einem kleinen Lächeln frühstücken können. Man merkt sofort, dass diese Bagels mit Liebe gemacht sind und genau das ist es, was für mich beim Kochen zählt. Einfach, ehrliches Essen, das Freude bringt – so wie bei einem guten Gespräch mit einer Freundin oder einem entspannten Vormittag zu Hause. Ich wünsche viel Freude beim Nachbacken und guten Appetit!