Wenn ich früher an Lebensmittel dachte, die den Nieren schaden könnten, fiel mir sofort Salz ein. Schließlich hört man seit Jahren, dass zu viel Salz den Blutdruck erhöht und die Nieren belastet. Deshalb habe ich beim Kochen sparsamer gewürzt, weniger Fertigsaucen verwendet und dachte ehrlich, ich hätte damit schon das Wichtigste getan.
Bis ich eines Tages einen Vortrag eines Ernährungsberaters hörte. Er sagte einen Satz, der mich nachdenklich machte: „Viele Menschen achten auf den Salzstreuer, übersehen aber das eigentliche Problem auf ihrem Teller.“ Gemeint waren nicht nur Salz, sondern vor allem Zucker und stark raffiniertes Weißmehl – zwei Zutaten, die in unzähligen alltäglichen Lebensmitteln stecken und indirekt erheblich zur Belastung der Nieren beitragen können.
Zu Hause begann ich, die Zutatenlisten genauer zu lesen. Toastbrot, süße Frühstücksflocken, Kekse, Fertiggerichte, Softdrinks, gesüßte Joghurts – überall fanden sich Zucker oder stark verarbeitete Kohlenhydrate. Mir wurde klar, dass die größte Gefahr oft nicht das ist, was wir bewusst hinzufügen, sondern das, was bereits in fertigen Produkten enthalten ist.
Natürlich bedeutet das nicht, dass Zucker oder Weißmehl die Nieren direkt „zerstören“. Solche Aussagen liest man zwar häufig im Internet, sie vereinfachen die Zusammenhänge jedoch stark. Tatsächlich können eine dauerhaft zuckerreiche Ernährung, Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck das Risiko für chronische Nierenerkrankungen erhöhen. Genau deshalb lohnt es sich, die eigenen Gewohnheiten einmal genauer anzusehen.
Unsere Nieren arbeiten rund um die Uhr. Jeden Tag filtern sie etwa 180 Liter Flüssigkeit, entfernen Stoffwechselprodukte, regulieren den Wasserhaushalt, halten Mineralstoffe im Gleichgewicht und helfen dabei, den Blutdruck zu kontrollieren. Solange sie gesund sind, bemerken wir ihre Arbeit kaum. Das Problem ist jedoch: Nierenerkrankungen entwickeln sich oft langsam und verursachen über viele Jahre keinerlei Beschwerden.
Deshalb sprechen Ärzte häufig von einem „stillen Organ“. Viele Menschen erfahren erst bei einer Blut- oder Urinuntersuchung, dass die Nierenleistung bereits nachgelassen hat.
Warum Zucker und raffiniertes Mehl problematisch sein können
Weißer Zucker und stark verarbeitetes Mehl lassen den Blutzucker häufig schnell ansteigen. Muss der Körper diesen Zustand über Jahre immer wieder ausgleichen, steigt das Risiko für Übergewicht, Insulinresistenz und schließlich Typ-2-Diabetes.