Gerade Diabetes gehört weltweit zu den häufigsten Ursachen einer chronischen Nierenerkrankung. Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker kann die feinen Blutgefäße in den Nieren schädigen, sodass ihre Filterfunktion mit der Zeit nachlässt.
Auch Bluthochdruck spielt eine wichtige Rolle. Hoher Blutdruck belastet die empfindlichen Gefäße der Nieren dauerhaft. Da eine zucker- und kalorienreiche Ernährung Übergewicht und Bluthochdruck begünstigen kann, entsteht häufig ein Kreislauf, der die Nieren zusätzlich beansprucht.
Die vier größten Belastungen für die Nieren
1. Zu viel Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel
Nicht nur Süßigkeiten enthalten Zucker. Große Mengen finden sich auch in Softdrinks, Fruchtnektaren, Fertigsoßen, Frühstücksprodukten und vielen vermeintlich gesunden Snacks.
Je häufiger solche Lebensmittel gegessen werden, desto schwieriger wird es für den Stoffwechsel, dauerhaft im Gleichgewicht zu bleiben.
2. Verstecktes Salz
Viele Menschen salzen beim Kochen nur wenig und nehmen trotzdem deutlich mehr Natrium auf als empfohlen.
Der Grund sind Fertiggerichte, Wurst, Käse, Chips, Instantprodukte, Fast Food und industriell hergestelltes Brot. Dort steckt oft wesentlich mehr Salz, als man vermutet.
Ein hoher Salzkonsum kann den Blutdruck erhöhen und dadurch langfristig auch die Nieren belasten.
3. Schmerzmittel ohne Rücksprache
Medikamente wie Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen können bei häufiger oder langfristiger Einnahme die Durchblutung der Nieren beeinträchtigen.
Gelegentliche Einnahmen nach ärztlicher Empfehlung sind für viele Menschen unproblematisch. Wer solche Medikamente jedoch regelmäßig benötigt, sollte dies unbedingt mit seinem Arzt besprechen.
4. Bewegungsmangel
Wer den größten Teil des Tages sitzt, tut nicht nur seinem Rücken keinen Gefallen.
Regelmäßige Bewegung verbessert die Durchblutung, unterstützt Herz und Gefäße und hilft dabei, Blutdruck und Blutzucker besser zu kontrollieren – alles Faktoren, die auch den Nieren zugutekommen.
Warnzeichen, die ernst genommen werden sollten
Eine beginnende Nierenschwäche verursacht häufig lange Zeit keinerlei Beschwerden.
Mögliche Warnzeichen können sein:
geschwollene Füße oder Knöchel
ungewöhnliche Müdigkeit
schäumender Urin
häufiges nächtliches Wasserlassen
dauerhaft erhöhter Blutdruck
Appetitlosigkeit oder Übelkeit bei fortgeschrittener Erkrankung
Diese Symptome können viele Ursachen haben und bedeuten nicht automatisch eine Nierenerkrankung. Treten sie jedoch häufiger auf, sollte dies ärztlich abgeklärt werden.
Was Sie Ihren Nieren täglich Gutes tun können
Viel trinken – sofern keine ärztlichen Gründe dagegen sprechen.
Frische Lebensmittel bevorzugen.
Zuckerhaltige Getränke möglichst selten trinken.
Mehr Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte essen.
Salz bewusst verwenden und Fertigprodukte reduzieren.
Regelmäßig bewegen – schon tägliche Spaziergänge machen einen Unterschied.
Blutdruck und Blutzucker regelmäßig kontrollieren lassen.
Schmerzmittel nicht dauerhaft ohne ärztlichen Rat einnehmen.
Kleine Veränderungen mit großer Wirkung
Niemand muss von heute auf morgen komplett auf Zucker oder Brot verzichten. Oft reichen bereits kleine Veränderungen aus.
Statt Limonade häufiger Wasser trinken.
Naturjoghurt statt stark gesüßter Varianten wählen.
Vollkornbrot häufiger bevorzugen.
Obst als Snack statt Süßigkeiten essen.
Selbst kochen, wann immer es möglich ist.
Diese Gewohnheiten helfen nicht nur den Nieren, sondern unterstützen häufig auch Herz, Stoffwechsel und allgemeines Wohlbefinden.
Fazit
Die größte Belastung für unsere Nieren entsteht meist nicht durch ein einzelnes Lebensmittel, sondern durch jahrelange Gewohnheiten. Zuckerreiche Ernährung, stark verarbeitete Lebensmittel, zu viel Salz, Bewegungsmangel und schlecht eingestellter Bluthochdruck oder Diabetes wirken oft gemeinsam.
Wer seine Nieren langfristig schützen möchte, muss keine extremen Diäten einhalten. Häufig sind es die kleinen Entscheidungen im Alltag, die über Jahre den größten Unterschied machen. Unsere Nieren arbeiten Tag und Nacht für uns – deshalb lohnt es sich, ihnen etwas Aufmerksamkeit zu schenken, bevor sie sich überhaupt bemerkbar machen.