Baked Yogurt
Vorgeschichte
Manchmal ist es ja so, dass man beim Stöbern durch alte Rezepthefte oder beim Austausch mit Freundinnen auf etwas stößt, das sich erst unspektakulär anhört – aber beim Ausprobieren eine regelrechte Überraschung wird. So ging es mir mit dem „Baked Yogurt“. Eigentlich war ich an einem ganz gewöhnlichen Nachmittag auf der Suche nach einem leichten, aber dennoch sättigenden Nachtisch. Meine Familie liebt besonders einfache Rezepte, die nicht viele Zutaten brauchen und dennoch für Freude am Esstisch sorgen. Während ich also durch diverse Rezeptideen scrollte und blätterte, fiel mir immer wieder dieses Rezept auf, das irgendwie anders klang als der klassische, kalte Joghurt, den wir sonst so gerne essen.
Neugierig machte mich vor allem die Idee, Joghurt zu backen. Das war etwas völlig Neues für mich. Klar, Kuchen hatte ich schon oft gebacken, und auch Pudding oder Quarkaufläufe standen regelmäßig auf dem Programm, aber gebackener Joghurt? Wie das wohl schmeckte? Und würde das überhaupt gelingen? Meine Gedanken drehten sich darum, wie die Konsistenz wohl werden würde, ob man den Geschmack dann noch kräftig wahrnimmt und ob die Familie das überhaupt mag.
Als ich das Rezept dann zum ersten Mal ausprobierte, war ich tatsächlich überrascht, wie unkompliziert alles vonstatten ging. Die Küche duftete warm und zugleich dezent säuerlich, was sofort ein ganz heimeliges Gefühl verbreitete. Während der Backzeit stand ich neugierig an der Küchentür und konnte es kaum erwarten, den kleinen Auflauf danach zu probieren. Die Oberfläche war zart gebräunt, leicht fest, aber innen noch unglaublich cremig. Die Kombination aus der leichten Süße, dem sanften Aroma und der wunderbar zarten Textur zugeschmolzener Joghurtmasse war einfach köstlich.
Meine Familie war von der neuen Variante des Joghurts sehr angetan. Vor allem mein Sohn, der normalerweise nicht so viel mit Joghurt am Hut hat, hat sich direkt ein zweites Stück geholt. Für mich war es eine dieser angenehmen Erfahrungen, die mich motivieren, mehr zu experimentieren und neues auszuprobieren. Seitdem ist „Baked Yogurt“ bei uns ein regelmäßiger Begleiter an Wochenenden oder wenn wir einfach mal etwas anderes auf dem Tisch haben wollen, das unkompliziert und doch besonders schmeckt.
Zutaten
500 g Naturjoghurt (am besten mit hohem Fettgehalt, mindestens 3,5 %)
3 Eier (Größe M)
60 g Zucker (je nach Geschmack kann man auch etwas weniger nehmen)
1 Päckchen Vanillezucker
2 EL Speisestärke
1 Prise Salz
Etwas Butter oder Margarine zum Einfetten der Form
Optional: etwas Zitronenschale oder Zimt für die geschmackliche Variante
Zubereitung
Zuerst den Backofen auf 160 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Während der Ofen sich langsam aufwärmt, ist Zeit, alle Zutaten vorzubereiten und zu vermischen.
Zunächst die Eier in eine große Rührschüssel aufschlagen und mit dem Zucker und dem Vanillezucker kräftig mit dem Schneebesen verrühren, bis die Masse homogen und leicht schaumig ist. Das Anrühren mit dem Zucker ist wichtig, damit sich später die süße im gesamten Gericht gut verteilt und nichts klumpt. Die Prise Salz dazugeben, das bringt die Aromen besser zur Geltung.
Als nächstes wird der Joghurt dazugegeben. Es ist sinnvoll, ihn vorher gut durchzurühren, damit keine überschüssige Molke absteht und man eine cremige, gleichmäßige Masse erhält. Den Joghurt nun vorsichtig unter die Eier-Zucker-Mischung heben. Nicht zu hastig rühren, da man sonst Luftblasen verursachen könnte, die später unschön einfallen. Die Mischung sollte eher sämig als dünnflüssig sein.
Im nächsten Schritt die Speisestärke durch ein feines Sieb streichen, um Klumpen zu vermeiden, und ebenfalls unterrühren. Die Stärke sorgt dafür, dass der gebackene Joghurt beim Backen die richtige Festigkeit bekommt, nicht zu flüssig bleibt und schön zusammenhält. Falls vorhanden, kann jetzt auch Zitronenschale oder ein Hauch Zimt mit eingerührt werden – das gibt dem Gericht eine besondere Note.
Eine geeignete Backform, zum Beispiel eine Auflaufform oder eine kleinere Springform (ca. 20-24 cm Durchmesser) gut einfetten – so lässt sich der Baked Yogurt später besser herauslösen. Die Joghurtmasse anschließend einfüllen und glatt streichen. Dabei darauf achten, dass keine Luftblasen sichtbar sind, da sie sonst beim Backen unschöne Löcher hinterlassen können.
Die Form in den Ofen schieben und den Baked Yogurt etwa 40 bis 50 Minuten backen lassen. Die Backzeit kann je nach Ofen leicht variieren. Der Auflauf ist fertig, wenn die Oberfläche eine leicht goldgelbe Farbe angenommen hat und sich fest anfühlt. Im Inneren sollte er jedoch noch weich und leicht cremig sein. Bei der ersten Verwendung empfiehlt es sich, mit einem Holzstäbchen vorsichtig in die Mitte zu stechen, um die Konsistenz zu prüfen: Es darf keine flüssige Masse mehr haften, aber zu stark durchbacken sollte der Joghurtauslauf auch nicht werden, da er sonst trocken wirkt.
Nach dem Backen aus dem Ofen nehmen und am besten gut abkühlen lassen. Der gebackene Joghurt ist lauwarm bereits eine Köstlichkeit, schmeckt aber auch kalt gut. Wer möchte, kann ihn mit frischem Obst servieren, zum Beispiel Beeren, Pfirsichen oder Kiwis – das sorgt für Frische und einen appetitlichen Farbkontrast. Ebenso passt ein Klecks Honig, Ahornsirup oder etwas Puderzucker darüber gestäubt.
Tipps und Varianten
Wer gerne experimentiert, kann das Grundrezept nach Belieben anpassen und verfeinern. Beispielsweise lässt sich der Zucker durch Honig oder Agavendicksaft ersetzen, wenn man es etwas natürlicher mag. Für eine fruchtige Variante kann man vor dem Backen kleine Fruchtstücke unterheben – etwa Himbeeren oder geschnittene Kirschen. So bekommt der Baked Yogurt einen zusätzlichen Frischekick und sorgt fürs Auge für einen echten Hingucker.
Eine weitere Möglichkeit ist, dem Joghurt vor dem Backen etwas Zitronenabrieb oder Orangenabrieb hinzuzufügen – das bringt eine schöne, leichte Säure, die den Baked Yogurt noch interessanter macht. Zimt, Vanillepulver oder auch Muskatnuss eignen sich ebenfalls ausgezeichnet als Zusatz, je nachdem, ob man es klassisch oder etwas exotisch mag.
Um den Baked Yogurt vegan zuzubereiten, kann man auf pflanzlichen Joghurt zurückgreifen und die Eier durch Speisestärke plus etwas Mineralwasser oder Sojacreme ersetzen. So wird der Nachtisch komplett ohne tierische Produkte gemacht, funktioniert erstaunlich gut und schmeckt genauso lecker.
Für die Aufbewahrung eignet sich der Baked Yogurt prima, wenn man Reste hat. Im Kühlschrank hält er sich bis zu 3 Tage, am besten gut abgedeckt in einer Frischhaltebox, damit er keine anderen Gerüche annimmt. Vor dem Essen kann man ihn kalt servieren oder für wenige Minuten im Backofen oder in der Mikrowelle leicht erwärmen – beides schmeckt wunderbar.
Wer Gäste hat oder das dessert für einen festlichen Anlass vorbereiten möchte, kann den Baked Yogurt in Portionsförmchen backen. Das sieht hübsch aus und sorgt direkt für eine ansprechende Präsentation auf dem Tisch. Mit frischen Beeren, Minzblättern oder einem kleinen Fruchtspiegel dazu wird der Nachtisch zum Star am Ende eines schönen Essens.
Kleine Fehler, die man vermeiden sollte, sind vor allem das Überbacken. Wenn der Joghurt zu lange im Ofen bleibt, verliert er seine zarte Cremigkeit und wird trocken oder sogar bröselig. Ebenfalls ist es wichtig, einen eher dicken, cremigen Naturjoghurt zu verwenden, denn dünnflüssige Varianten führen zu einem matschigen Ergebnis. Und beim Umrühren vorher sorgfältig und nicht zu stark mixen, damit keine unnötigen Luftblasen entstehen, die beim Backen einfallen.
Der Baked Yogurt ist eine wunderbare Bereicherung für die Familienküche. Er eignet sich gleichermaßen für ein unkompliziertes Wochenende, an dem man sich etwas leckeres gönnen möchte, als auch für den Nachmittagskaffee mit Freunden oder als leichter Nachtisch nach einem schönen Essen. Weil er so schnell und einfach zuzubereiten ist, nehme ich ihn oft als spontane Überraschung zum Kaffeeklatsch mit oder als erfrischende Mahlzeit an warmen Tagen, wenn man nicht zu aufwendig kochen will.
Insgesamt ist der Baked Yogurt ein Gericht, das mit wenigen Zutaten ganz viel Freude bringt, leicht abzuwandeln ist und an dem sich sicher viele Familienmitglieder erfreuen können. Probieren lohnt sich wirklich – auch wenn man sich zuerst fragt, ob Joghurt backen das Richtige ist. Die Antwort ist ein klares Ja! So zaubert man mit ganz wenig Aufwand ein Rezept, das man immer wieder gern wiederholt.