Ich weiß noch ganz genau, wie ich früher bei dem Wort „Leber“ erstmal skeptisch war, so ein bisschen innerlich zurückgezuckt habe und dachte, das ist bestimmt nichts für mich, zu intensiv, zu speziell, vielleicht sogar zu trocken oder irgendwie „komisch“ im Geschmack, aber dann kam dieser eine Abend, an dem alles anders war, ein ganz normaler Tag eigentlich, ich war müde, hatte keine Lust groß zu kochen und wollte einfach nur irgendetwas Schnelles machen, und genau da lag sie im Kühlschrank, frische Hähnchenleber, die ich eigentlich nur aus Neugier mitgenommen hatte, ohne wirklich zu wissen, was ich damit anfangen sollte, und ich dachte mir, komm, probierst du es einfach mal, schlimmer als erwartet kann es ja nicht werden, und genau aus dieser kleinen Entscheidung ist eines dieser Gerichte entstanden, die man danach immer wieder macht, weil sie so einfach sind, so ehrlich und so überraschend lecker, dass man sich im Nachhinein fragt, warum man sich so lange davor gedrückt hat.
Was viele nicht wissen: Hähnchenleber ist unglaublich zart, wenn man sie richtig zubereitet, sie braucht keine komplizierten Techniken, keine ausgefallenen Zutaten, sondern einfach nur ein bisschen Gefühl beim Braten, die richtige Hitze und vor allem – nicht zu lange garen, denn genau da liegt der größte Fehler, den viele machen, sie lassen sie zu lange in der Pfanne, bis sie trocken wird und dann sagen sie „Leber schmeckt nicht“, dabei liegt es nicht an der Leber selbst, sondern an der Zubereitung, und genau deshalb zeige ich dir hier ein Rezept, das wirklich funktioniert, so wie man es früher gemacht hat, unkompliziert, aber voller Geschmack.
Zutaten
300 g frische Hähnchenleber
4 große Zwiebeln
10 frische Salbeiblätter
4 EL Öl (Olivenöl oder Sonnenblumenöl)
2 EL Balsamico-Essig
4 EL trockener Weißwein
etwas Mehl zum Wenden
Salz und frisch gemahlener Pfeffer
Optional, aber sehr empfehlenswert
1 Knoblauchzehe
1 TL Butter am Ende für extra Geschmack
eine Prise Zucker für die Zwiebeln