Der Blutdruck gehört zu den wichtigsten Gesundheitswerten überhaupt. Er verrät, wie stark das Herz arbeitet, um den Körper mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen, und gibt Ärzten wichtige Hinweise auf den Zustand des Herz-Kreislauf-Systems. Viele Menschen messen ihren Blutdruck jedoch erst dann, wenn Beschwerden auftreten. Dabei kann es hilfreich sein, die eigenen Werte regelmäßig zu kennen und besser einordnen zu können.
Mit zunehmendem Alter verändert sich der Körper auf natürliche Weise. Auch der Blutdruck bleibt nicht das ganze Leben über gleich. Während jüngere Menschen häufig niedrigere Werte haben, steigen sie im Laufe der Jahre bei vielen Menschen leicht an. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jeder höhere Wert unbedenklich ist. Deshalb lohnt es sich zu wissen, welche Richtwerte für verschiedene Altersgruppen gelten und welche Faktoren den Blutdruck beeinflussen können.
Warum ist der Blutdruck so wichtig?
Der Blutdruck beschreibt den Druck, mit dem das Blut gegen die Wände der Arterien gepumpt wird. Er setzt sich aus zwei Werten zusammen:
Systolischer Blutdruck – der obere Wert, wenn das Herz Blut in den Körper pumpt.
Diastolischer Blutdruck – der untere Wert, wenn sich das Herz zwischen zwei Schlägen entspannt.
Ein gut eingestellter Blutdruck unterstützt die Versorgung aller Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen. Er trägt dazu bei, dass Gehirn, Herz, Nieren und andere Organe optimal arbeiten können.
Blutdruck-Richtwerte für Erwachsene
Die folgenden Werte dienen als allgemeine Orientierung:
Kategorie Systolisch Diastolisch
Niedrig unter 90 unter 60
Optimal unter 120 unter 80
Normal 120–129 80–84
Hoch-normal 130–139 85–89
Erhöhter Blutdruck ab 140 ab 90
Ein Wert von etwa 120/80 mmHg wird häufig als optimaler Referenzwert für gesunde Erwachsene angesehen.
Durchschnittliche Blutdruckwerte nach Alter
Die Durchschnittswerte können sich je nach Alter leicht unterscheiden.
Alter Frauen Männer
18–39 Jahre 110/68 mmHg 119/70 mmHg
40–59 Jahre 122/74 mmHg 124/77 mmHg
Ab 60 Jahren 139/68 mmHg 133/69 mmHg
Diese Werte sind Durchschnittswerte und ersetzen keine individuelle ärztliche Beurteilung.
Blutdruck bei Kindern und Jugendlichen
Auch bei Kindern gelten andere Richtwerte als bei Erwachsenen.
Alter Systolisch Diastolisch
Neugeborene 60–90 20–60
Kleinkinder 87–105 53–66
Vorschulkinder 95–110 56–70
Schulkinder 97–112 57–71
Jugendliche 112–128 66–80
Da Wachstum und Entwicklung unterschiedlich verlaufen, bewertet der Kinderarzt die Werte immer individuell.
Warum verändert sich der Blutdruck mit dem Alter?
Mit den Jahren verlieren die Blutgefäße langsam einen Teil ihrer Elastizität. Dadurch muss das Herz häufig etwas mehr Druck aufbauen, um das Blut durch den Körper zu transportieren. Gleichzeitig verändern sich Stoffwechsel, Hormonhaushalt und Flüssigkeitsregulation.
Auch Lebensstilfaktoren spielen eine große Rolle. Bewegung, Ernährung, Schlaf, Körpergewicht und Stress können den Blutdruck im Alltag deutlich beeinflussen.
Was kann den Blutdruck kurzfristig verändern?
Der Blutdruck schwankt im Laufe des Tages ganz natürlich. Er kann unter anderem beeinflusst werden durch:
körperliche Aktivität,
emotionalen Stress,
Kaffee oder koffeinhaltige Getränke,
Nikotin,
Alkohol,
Schlafmangel,
starke Hitze oder Kälte,
Schmerzen oder Fieber.
Aus diesem Grund sollte der Blutdruck möglichst immer unter ähnlichen Bedingungen gemessen werden – idealerweise morgens oder abends nach einigen Minuten Ruhe.
Tipps für einen gesunden Blutdruck
Ein gesunder Lebensstil kann dazu beitragen, den Blutdruck im normalen Bereich zu halten.
Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte essen.
Salz nur in moderaten Mengen verwenden.
Ausreichend Wasser trinken.
Sich regelmäßig bewegen – bereits tägliche Spaziergänge sind sinnvoll.
Ein gesundes Körpergewicht anstreben.
Stress bewusst reduzieren, zum Beispiel durch Entspannungsübungen oder ausreichend Schlaf.
Alkohol nur in Maßen trinken und möglichst nicht rauchen.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Ein einzelner ungewöhnlicher Messwert ist nicht automatisch ein Grund zur Sorge. Bleiben die Werte jedoch über mehrere Messungen hinweg deutlich erhöht oder treten Beschwerden wie Schwindel, Brustschmerzen, Atemnot, starke Kopfschmerzen oder Sehstörungen auf, sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen.
Ebenso können dauerhaft sehr niedrige Blutdruckwerte Beschwerden verursachen und sollten ärztlich abgeklärt werden, wenn sie mit Symptomen verbunden sind.
Fazit
Der Blutdruck verändert sich im Laufe des Lebens und wird von vielen Faktoren beeinflusst. Deshalb ist es sinnvoll, die eigenen Werte regelmäßig zu kontrollieren und sie im Zusammenhang mit Alter, Gesundheitszustand und Lebensstil zu betrachten. Die genannten Tabellen bieten eine hilfreiche Orientierung, ersetzen jedoch keine individuelle medizinische Beratung. Wer seine Werte kennt und auf einen gesunden Lebensstil achtet, schafft eine gute Grundlage für ein leistungsfähiges Herz-Kreislauf-System bis ins hohe Alter.