Als ich die kleinen goldenen Ohrringe zwischen altem Porzellan und verstaubten Bilderrahmen entdeckte, blieb mir für einen Moment die Luft weg.
Unter Tausenden hätte ich sie wiedererkannt.
Jede einzelne Gravur.
Jeder kleine Stern.
Jede feine Linie.
„Gefällt Ihnen das Paar?“, fragte der ältere Verkäufer freundlich.
Ich antwortete nicht.
Meine Hände begannen zu zittern.
Denn diese Ohrringe hätten dort niemals liegen dürfen.
Nicht nach allem, was vor zehn Jahren geschehen war.
Ich hob einen der Ohrringe vorsichtig an. Auf der Rückseite befand sich dieselbe winzige Gravur, die nur drei Menschen kannten.
Mein Mann.
Ich.
Und unsere Tochter Hannah.
In diesem Augenblick wusste ich, dass dies kein Zufall sein konnte.
Ich hatte zehn Jahre lang auf ein Zeichen gehofft.
Vielleicht war genau das der Anfang.
Oder das Ende.
Der Verkäufer beobachtete mich aufmerksam.
„Ist alles in Ordnung?“
Ich nickte kaum merklich.
„Woher haben Sie diese Ohrringe?“
Der Mann runzelte die Stirn.
„Die lagen in einer Kiste mit Nachlassgegenständen. Mehr weiß ich leider nicht.“
„Von wem stammt die Kiste?“
Er überlegte.