Es gibt Gerichte, die man eigentlich nur aus der Kindheit kennt und von denen man glaubt, dass sie sich niemals in eine Low-Carb-Version verwandeln lassen. Kartoffelpuffer gehörten für mich lange genau dazu. Schon als Kind liebte ich den Duft frisch gebratener Kartoffelpuffer, der sich im ganzen Haus ausbreitete. Meine Großmutter bereitete sie fast jeden Sonntag zu. Kaum hörte ich das Brutzeln aus der Pfanne, wusste ich, dass das Mittagessen nicht mehr lange auf sich warten ließ. Außen herrlich knusprig, innen weich und dazu ein Klecks Sauerrahm – besser konnte ein Sonntag für mich kaum beginnen.
Viele Jahre später stellte ich meine Ernährung etwas um und dachte zunächst, dass Kartoffelpuffer damit endgültig der Vergangenheit angehören würden. Kartoffeln enthalten nun einmal deutlich mehr Kohlenhydrate als viele andere Gemüsesorten. Trotzdem wollte ich auf dieses Gericht nicht verzichten. Also begann ich, verschiedene Alternativen auszuprobieren.
Zuerst versuchte ich es mit Zucchini. Das Ergebnis war zwar lecker, erinnerte aber eher an Gemüsebratlinge. Danach probierte ich Brokkoli, doch auch hier fehlte mir die typische Konsistenz. Erst als ich eines Tages Blumenkohl verwendete, kam ich dem Original erstaunlich nahe.
Die Idee entstand eher zufällig. Ich hatte noch einen Blumenkohl im Kühlschrank, einige Eier, Käse und Tomaten. Eigentlich wollte ich daraus einen Auflauf machen, doch plötzlich erinnerte ich mich an die Kartoffelpuffer meiner Kindheit. Warum also nicht einfach Blumenkohl fein raspeln und ähnlich zubereiten?
Schon beim ersten Versuch war ich überrascht. Der Blumenkohl nahm die Gewürze wunderbar auf und wurde nach dem Braten außen angenehm knusprig. Innen blieb er weich und saftig. Zusammen mit etwas geschmolzenem Käse und frischen Tomaten entstand ein Gericht, das mich sofort begeisterte.
Mein Mann war anfangs skeptisch. Als ich ihm sagte, dass es heute „Kartoffelpuffer ohne Kartoffeln“ geben würde, schaute er mich nur fragend an. Nachdem er den ersten Bissen probiert hatte, musste er jedoch lachen und meinte, dass er den Unterschied kaum bemerkt hätte.
Seit diesem Tag gehören diese Low-Carb-Puffer zu unseren Lieblingsrezepten. Besonders am Wochenende bereite ich sie gerne zu. Während sie in der Pfanne langsam goldbraun werden, schneide ich bereits Tomaten und Kräuter für den Belag. Anschließend kommen sie noch einige Minuten in den Ofen, bis der Käse wunderbar geschmolzen ist.
Ich mag an diesem Rezept besonders, dass es unglaublich vielseitig ist. Man kann die Puffer ganz klassisch mit Kräuterquark servieren oder sie wie kleine Mini-Pizzen belegen. Gerade Kinder lieben diese Variante besonders.
Auch Gäste reagieren oft überrascht. Viele glauben zunächst, es handle sich um gewöhnliche Kartoffelpuffer. Erst wenn ich verrate, dass die Grundlage aus Blumenkohl besteht, wird meist nach dem Rezept gefragt.
Ein weiterer Vorteil ist die angenehme Sättigung. Durch Eier, Käse und Blumenkohl bleibt man lange satt, ohne sich danach schwer zu fühlen. Genau deshalb eignet sich dieses Gericht sowohl als Mittagessen als auch als leichtes Abendessen.
Im Sommer serviere ich die Puffer gerne zusammen mit einem großen Salat. Im Winter passen sie hervorragend zu einer warmen Gemüsesuppe oder einfach mit einem frischen Kräuterdip.
Mittlerweile bereite ich sie so häufig zu, dass ich das Rezept fast auswendig kenne. Oft variiere ich den Belag je nach Saison. Im Sommer kommen frische Tomaten und Basilikum darauf, im Herbst gebratene Champignons und im Winter manchmal etwas Spinat.
Für mich zeigt dieses Rezept jedes Mal aufs Neue, dass Low Carb keineswegs Verzicht bedeutet. Man muss lediglich etwas kreativ werden und offen für neue Zutaten sein.
Zutaten
Für die Puffer
1 großer Blumenkohl (ca. 700 g)
1 kleine Zwiebel
3 Eier
120 g geriebener Mozzarella
50 g geriebener Parmesan
50 g Mandelmehl
2 EL Flohsamenschalen
1 TL Paprikapulver
1 TL italienische Kräuter
Salz
Pfeffer
2 EL Olivenöl zum Braten
Für den Belag
2 Tomaten
100 g geriebener Mozzarella
2 Frühlingszwiebeln
etwas italienische Kräuter
frischer Dill oder Petersilie
Für die Knoblauchcreme
200 g griechischer Joghurt
1 EL Sauerrahm
2 Knoblauchzehen
frischer Dill
Salz
Pfeffer
etwas Zitronensaft
Zubereitung