Man kennt das Problem: Die Mikrowelle funktioniert noch tadellos, der Kühlschrank läuft seit Jahren ohne Probleme oder die Waschmaschine macht zuverlässig ihre Arbeit – doch der ursprünglich weiße Kunststoff sieht plötzlich gelblich, beige oder einfach alt aus.
Besonders deutlich fällt das auf, wenn man das Gerät mit einem neueren weißen Gegenstand vergleicht. Dann fragt man sich schnell: Wie konnte das Plastik eigentlich so gelb werden, obwohl es regelmäßig gereinigt wurde?
Das Überraschende: Häufig handelt es sich gar nicht um normalen Schmutz.
Man kann schrubben, Spülmittel verwenden und die Oberfläche mehrfach abwischen – und trotzdem bleibt der gelbliche Farbton bestehen.
Der Grund liegt oft im Kunststoff selbst.
Und genau deshalb braucht man eine andere Methode als beim normalen Putzen.
Warum weißer Kunststoff mit den Jahren gelb wird
Viele ältere Haushaltsgeräte bestehen außen aus hellen Kunststoffen wie ABS. Über Jahre können UV-Licht, Wärme und Sauerstoff Veränderungen im Material verursachen.
Besonders auffällig wird das bei Geräten, die lange in hellen Küchen standen.
Deshalb findet man das Problem häufig an:
Mikrowellen
Kühlschränken
Waschmaschinen
Küchenmaschinen
alten Computern und Tastaturen
Lichtschaltern
Kunststoffgehäusen verschiedener Elektrogeräte
Ein Gerät kann vollkommen sauber sein und trotzdem aussehen, als wäre es jahrelang nicht gereinigt worden.
Das erklärt auch, warum normales Spülmittel häufig kaum etwas verändert.
Erst prüfen: Schmutz oder echte Vergilbung?
Bevor man eine stärkere Behandlung ausprobiert, sollte man den Kunststoff zunächst gründlich reinigen.
Warmes Wasser und etwas mildes Spülmittel reichen dafür normalerweise aus.
Fett, Staub und Küchenablagerungen entfernen und die Oberfläche anschließend trocknen.
Ist das Plastik danach immer noch gleichmäßig gelblich, handelt es sich wahrscheinlich nicht nur um oberflächlichen Schmutz.
Und jetzt wird die Methode interessant, die man auf zahlreichen Vorher-Nachher-Bildern alter Kunststoffgeräte sieht.
Der bekannte Trick mit Wasserstoffperoxid
Für das Aufhellen alter Kunststoffe wird häufig Wasserstoffperoxid verwendet. Unter Liebhabern alter Computer und Konsolen ist eine ähnliche Restaurierungsmethode teilweise unter dem Namen „Retrobright“ bekannt.
Dabei wird Wasserstoffperoxid auf vergilbten Kunststoff aufgebracht und Licht beziehungsweise UV-Strahlung genutzt.
Auf Fotos kann der Unterschied enorm aussehen: Ein ehemals gelblich-beiges Gehäuse erscheint anschließend deutlich heller.
Allerdings sollte man die Methode nicht so behandeln, als wäre sie ein gewöhnlicher Haushaltstrick mit Spülmittel.
Wasserstoffperoxid kann in höheren Konzentrationen Haut und Augen schädigen. 40 Volumen entspricht ungefähr 12 % Wasserstoffperoxid und ist bereits deutlich konzentrierter als die üblichen niedrig konzentrierten Haushaltslösungen.
Für einen einfachen Heimversuch ist es daher sinnvoller, mit einem dafür geeigneten, deutlich niedriger konzentrierten Produkt zu arbeiten und immer die Herstellerhinweise zu beachten.
So geht man möglichst vorsichtig vor
Zuerst muss das Gerät vollständig ausgeschaltet und vom Stromnetz getrennt werden.
Die Oberfläche sollte sauber, fettfrei und trocken sein.
Anschließend testet man die gewählte Methode an einer kleinen, möglichst unauffälligen Stelle.
Das ist wichtig, denn nicht jeder Kunststoff reagiert gleich. Manche Oberflächen können fleckig werden, ihren Glanz verändern oder anschließend anders aussehen als erwartet.
Auch aufgedruckte Beschriftungen, Logos und lackierte Bereiche können empfindlicher reagieren als der eigentliche Kunststoff.
Bei einem Elektrogerät darf außerdem keine Flüssigkeit durch Lüftungsschlitze, Tasten oder Gehäuseöffnungen ins Innere gelangen.
Warum man nicht sofort das komplette Gerät behandeln sollte
Genau hier passiert einer der häufigsten Fehler.
Auf einem Foto sieht man ein perfekt weiß gewordenes Gerät und möchte sofort die gesamte Vorderseite behandeln.