Es gibt Rezepte, die man einmal ausprobiert und danach nie wieder vergisst. Genau so war es bei diesem etwas ungewöhnlich klingenden Kuchen. Als ich den Namen „Versoffener Franz“ zum ersten Mal hörte, musste ich lachen. Ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, was sich dahinter verbirgt. Eine Freundin meinte nur schmunzelnd: „Back ihn einfach einmal – danach wirst du verstehen, warum jeder nach dem Rezept fragt.“
Ein paar Tage später stand ich in der Küche und wollte eigentlich nur schnell etwas für den Nachmittagskaffee backen. Ich suchte nach einem Kuchen, der ohne großen Aufwand gelingt, schön saftig bleibt und sich gut in kleine Stücke schneiden lässt. Da fiel mir dieses Rezept wieder ein.
Schon während der Teig im Ofen war, zog ein herrlicher Schokoladenduft durchs ganze Haus. Als der Kuchen ausgekühlt war, kam noch die glänzende Schokoglasur darüber. Ehrlich gesagt sah er so gut aus, dass ich kaum warten konnte, ihn anzuschneiden.
Kaum stand der Kuchen auf dem Tisch, griff jeder sofort zu. Aus einem Stück wurden zwei, aus zwei wurden drei – und am Abend war vom ganzen Blech kaum noch etwas übrig. Seitdem gehört dieser Kuchen zu den Rezepten, die ich immer dann backe, wenn Besuch kommt oder ich etwas brauche, das garantiert gelingt.
Der „Versoffene Franz“ überzeugt nicht durch komplizierte Zutaten, sondern durch seine wunderbar saftige Konsistenz, den intensiven Schokoladengeschmack und die feine Glasur. Genau deshalb ist er seit vielen Jahren ein echter Klassiker.
Zutaten
Für den Teig
300 g weiche Butter
250 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
5 Eier (Größe M)
300 ml Milch
400 g Mehl
80 g Backkakao
1 Päckchen Backpulver
1 Prise Salz
Für die Glasur
300 g Vollmilchschokolade oder Kuvertüre
40 g Butter
1 EL neutrales Pflanzenöl
Zubereitung
Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen und ein großes Backblech mit Backpapier auslegen.
Die weiche Butter zusammen mit Zucker und Vanillezucker mehrere Minuten cremig aufschlagen, bis die Masse deutlich heller geworden ist. Anschließend die Eier einzeln unterrühren und jedes Ei vollständig einarbeiten.
Nun die Milch langsam dazugießen und weiterrühren.
In einer zweiten Schüssel Mehl, Kakao, Backpulver und Salz sorgfältig vermischen. Die trockenen Zutaten portionsweise zur Buttermasse geben und nur so lange verrühren, bis ein glatter Teig entstanden ist. Nicht zu lange rühren, damit der Kuchen besonders locker bleibt.
Den Teig gleichmäßig auf dem vorbereiteten Backblech verteilen und glatt streichen.
Den Kuchen etwa 25 bis 30 Minuten backen. Mit der Stäbchenprobe kontrollieren, ob er fertig ist. Es dürfen noch wenige feuchte Krümel am Holzstäbchen haften bleiben – genau dann bleibt der Kuchen besonders saftig.
Den Kuchen vollständig auskühlen lassen.
Für die Glasur die Schokolade zusammen mit Butter und Öl über einem Wasserbad langsam schmelzen. Alles glatt verrühren und anschließend gleichmäßig über dem Kuchen verteilen.
Die Glasur leicht fest werden lassen und den Kuchen anschließend in kleine Quadrate schneiden.
Tipps
Verwenden Sie möglichst Backkakao und keinen gesüßten Trinkkakao. Dadurch erhält der Kuchen seinen intensiven Schokoladengeschmack.
Der Kuchen schmeckt am nächsten Tag oft sogar noch besser, weil er dann besonders saftig geworden ist.
Für eine besonders glänzende Glasur sollte die Schokolade langsam geschmolzen und nicht zu stark erhitzt werden.
Wer den Kuchen etwas festlicher servieren möchte, kann ihn nach dem Trocknen der Glasur mit Schokoladenraspeln oder bunten Streuseln dekorieren.
Varianten
Für eine noch saftigere Variante kann der fertig gebackene Kuchen dünn mit Schokoladenmilch oder Kakao beträufelt werden, bevor die Glasur daraufkommt.
Auch gehackte Haselnüsse oder Mandeln im Teig passen hervorragend zum kräftigen Schokoladengeschmack.
Wer dunkle Schokolade liebt, kann einen Teil der Vollmilchschokolade durch Zartbitterschokolade ersetzen.
Mit etwas Espressopulver im Teig wird das Schokoladenaroma noch intensiver.
Fazit
Der „Versoffene Franz“ gehört zu den Kuchen, die ohne viel Aufwand gelingen und trotzdem auf jedem Kuchenbuffet als Erstes verschwinden. Er ist wunderbar saftig, herrlich schokoladig und lässt sich perfekt vorbereiten.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum dieses Rezept seit vielen Jahren in so vielen Familien weitergegeben wird. Ein einfaches Blech, gute Zutaten und ein Kuchen, bei dem fast jeder nach dem ersten Stück sofort ein zweites möchte.