Eier gehören zu den Lebensmitteln, die fast jeder regelmäßig kauft. Sie stehen morgens auf dem Frühstückstisch, landen im Kuchenteig, werden für Pfannkuchen verwendet oder verschwinden ganz selbstverständlich in unzähligen Rezepten. Gerade weil Eier für viele Menschen so alltäglich geworden sind, machen sich die meisten beim Einkauf kaum Gedanken über die Informationen, die auf dem Karton aufgedruckt sind. Man greift zur gewohnten Marke, schaut vielleicht kurz auf den Preis oder auf das Mindesthaltbarkeitsdatum und legt die Packung anschließend in den Einkaufswagen. Genau so habe ich es selbst viele Jahre gemacht.
Vor einiger Zeit änderte sich das allerdings. Es begann mit einer ganz gewöhnlichen Situation in meiner Küche. Ich wollte einen Kuchen backen und hatte dafür extra frische Eier gekauft. Als ich die Packung öffnete, fiel mir auf, dass auf dem Karton mehrere Zahlenreihen, Buchstaben und kleine Codes aufgedruckt waren, die ich zuvor nie wirklich beachtet hatte. Aus reiner Neugier begann ich, nachzulesen, was diese Kennzeichnungen eigentlich bedeuten. Je mehr ich darüber erfuhr, desto überraschter war ich. Viele dieser Informationen können Verbrauchern nämlich deutlich mehr verraten als das Mindesthaltbarkeitsdatum allein.
Besonders interessant fand ich die Tatsache, dass die meisten Menschen zwar regelmäßig Eier kaufen, aber kaum jemand die Kennzeichnungen richtig lesen kann. Dabei wurden genau diese Informationen eingeführt, um Transparenz zu schaffen. Sie sollen zeigen, woher die Eier stammen, wie die Hühner gehalten wurden und in manchen Fällen sogar, wann die Eier verpackt wurden. Wer die Bedeutung kennt, kann beim Einkauf oft bewusstere Entscheidungen treffen und die Frische deutlich besser einschätzen.
Wenn man heute durch einen Supermarkt geht, fällt auf, wie groß die Auswahl geworden ist. Es gibt Eier aus Bodenhaltung, Freilandhaltung und Biohaltung. Manche stammen von regionalen Betrieben, andere wurden über weite Strecken transportiert. Für Verbraucher ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Genau deshalb spielen die Kennzeichnungen eine wichtige Rolle. Sie helfen dabei, Informationen sichtbar zu machen, die sonst verborgen bleiben würden.
Viele Menschen verlassen sich ausschließlich auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Das ist verständlich, denn diese Angabe springt sofort ins Auge. Doch das Mindesthaltbarkeitsdatum sagt nur aus, bis wann ein Produkt unter normalen Bedingungen seine Eigenschaften behält. Es verrät nicht unbedingt, wann die Eier gelegt oder verpackt wurden. Genau hier kommen die zusätzlichen Codes ins Spiel.
Besonders bekannt ist der sogenannte Erzeugercode, der direkt auf jedem Ei aufgedruckt wird. Die meisten Verbraucher haben ihn schon einmal gesehen, schenken ihm jedoch kaum Aufmerksamkeit. Dabei steckt hinter dieser Zahlen- und Buchstabenkombination eine erstaunliche Menge an Informationen. Bereits die erste Zahl verrät die Haltungsform der Hühner. Eine Null steht beispielsweise für ökologische Erzeugung. Die Eins kennzeichnet Freilandhaltung. Die Zwei steht für Bodenhaltung und die Drei für Käfighaltung beziehungsweise Systeme, die in einigen Ländern noch erlaubt sind.
Viele Verbraucher achten heute bewusst auf diese Kennzeichnung. Das Interesse an Herkunft und Tierwohl ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Zahlreiche Menschen möchten wissen, unter welchen Bedingungen Lebensmittel produziert werden. Der Code auf dem Ei bietet hierfür einen schnellen ersten Hinweis.