Manche Rezepte entstehen ganz zufällig – aus einem kalten Abend, ein paar einfachen Zutaten im Kühlschrank und dem Wunsch nach etwas Warmem, das Herz und Bauch gleichermaßen zufrieden macht. Genau so ist diese Suppe entstanden. Es war ein grauer Nachmittag, draußen nieselte es leicht, und ich hatte eigentlich gar nicht geplant, etwas Besonderes zu kochen. Ich öffnete den Kühlschrank und sah ein paar Hähnchenbruststücke, etwas Joghurt, ein paar Karotten und frische Kräuter. Nichts Außergewöhnliches – und doch erinnerte mich dieser Anblick plötzlich an eine Geschichte, die ich einmal über eine berühmte amerikanische „Marry Me“-Suppe gelesen hatte.
Der Name klingt ein wenig romantisch und vielleicht sogar ein bisschen übertrieben. Angeblich soll das Gericht so gut schmecken, dass jemand nach dem ersten Löffel gleich einen Heiratsantrag machen könnte. Natürlich muss man darüber schmunzeln – aber die Idee dahinter ist eigentlich ganz schön. Es geht darum, ein Gericht zu kochen, das so gemütlich, warm und liebevoll schmeckt, dass man es sofort mit jemandem teilen möchte.
Die klassische Version dieser Suppe ist allerdings ziemlich reichhaltig. Sie enthält viel Sahne, Butter und manchmal sogar Käse. Für einen gemütlichen Abend ist das wunderbar, aber ich wollte eine Variante schaffen, die etwas leichter ist und trotzdem diesen cremigen, tröstlichen Geschmack behält. Also begann ich zu experimentieren. Statt viel Sahne verwendete ich eine Mischung aus etwas Milch und Naturjoghurt. Dadurch bleibt die Suppe cremig, wirkt aber deutlich leichter. Außerdem habe ich das Gemüse etwas erweitert und mit Kräutern gearbeitet, damit der Geschmack besonders aromatisch wird.
Als die Suppe schließlich fertig war, probierte ich den ersten Löffel – und war wirklich überrascht. Sie war weich, cremig, voller Geschmack und gleichzeitig angenehm leicht. Genau diese Balance macht dieses Rezept so besonders. Seit diesem Abend koche ich diese Suppe immer wieder, besonders wenn ich etwas Warmes brauche, das schnell gemacht ist und trotzdem wie ein kleines Wohlfühlgericht schmeckt.
Heute teile ich dieses Rezept gern mit Freunden und Familie. Es ist unkompliziert, braucht nur wenige Zutaten und gelingt eigentlich immer. Und vielleicht stimmt ja ein kleines bisschen von dem, was der Name verspricht: Wenn man diese Suppe mit jemandem teilt, fühlt sich der Abend zumindest ein bisschen besonderer an.
Zutaten
400–450 g Hähnchenbrustfilet
1 EL Olivenöl
1 mittelgroße Zwiebel
2 Knoblauchzehen
3 mittelgroße Karotten
700 ml Hühnerbrühe
150 ml Milch (am besten fettarm)
120 g Naturjoghurt oder griechischer Joghurt leicht
1 TL getrockneter Thymian
1 TL Rosmarin
Salz nach Geschmack
Schwarzer Pfeffer nach Geschmack
1 kleine Handvoll frische Petersilie oder Schnittlauch
Optional etwas Zitronensaft für Frische