Wenn die Zucchini bereit ist, kommt der Teil, den ich besonders mag: alles in einer Schüssel zusammenbringen. Ein Ei, nicht zu klein, gibt Bindung. Geriebener Hartkäse, bei mir meistens Parmesan, manchmal auch ein anderer kräftiger Käse, sorgt für Würze. Paniermehl oder Semmelbrösel nehmen die restliche Feuchtigkeit auf und geben Struktur. Ein Hauch Knoblauch, wirklich fein gehackt, nicht dominant. Kräuter nach Gefühl – manchmal Petersilie, manchmal Basilikum, manchmal ein bisschen Minze, je nachdem, was gerade da ist. Ich würze mit Salz und schwarzem Pfeffer, nicht zu viel, denn der Käse bringt schon einiges mit. Und dann mische ich alles mit den Händen. Nicht aus Romantik, sondern weil man so am besten merkt, ob die Masse stimmt. Sie soll formbar sein, nicht klebrig, nicht trocken. Falls sie zu weich ist, hilft ein Löffel Semmelbrösel, falls zu trocken, ein kleiner Schuss Olivenöl.
Jetzt kommt der Moment, der dieses Rezept von einfachen Gemüsebratlingen unterscheidet: der Käsekern. Ich schneide Mozzarella oder einen gut schmelzenden Schnittkäse in kleine Würfel. Nicht zu groß, sonst läuft er heraus, nicht zu klein, sonst merkt man ihn kaum. Ich nehme eine kleine Portion der Zucchinimasse, drücke sie flach, lege den Käse hinein und forme daraus eine Kugel. Das ist ein bisschen wie Basteln, fast meditativ. Und ja, man muss darauf achten, dass der Käse wirklich komplett umschlossen ist. Aber wenn man den Dreh einmal raus hat, geht das ganz automatisch.
Die fertigen Bällchen wälze ich leicht in etwas Paniermehl oder fein geriebenem Parmesan. Nicht dick, nur so viel, dass später eine schöne goldene Oberfläche entsteht. Dann kommen sie in den Korb der Heißluftfritteuse. Ich lege sie nicht zu eng, denn sie brauchen Luft, um knusprig zu werden. Ein leichter Sprühstoß Olivenöl oben drauf reicht völlig. Kein Bad im Fett, kein Spritzen, kein Geruch in der Küche – genau das liebe ich an der Heißluftfritteuse.
Die Garzeit ist je nach Gerät etwas unterschiedlich, aber bei mir sind es etwa 180 Grad und rund 15 bis 18 Minuten. Nach der Hälfte drehe ich die Bällchen vorsichtig, damit sie rundum Farbe bekommen. Und dieser Moment, wenn man den Korb öffnet und einem dieser Duft entgegenkommt – warm, würzig, leicht käsig – das ist einer dieser kleinen Alltagsmomente, die man nicht in Worte fassen kann, aber jeder kennt. Die Bällchen sind außen knusprig, innen weich, und wenn man sie kurz ruhen lässt und dann aufbricht, zieht der Käse feine Fäden. Kein Drama, kein großes Tamtam, einfach gutes Essen.