Es gibt manchmal diese Tage, an denen man denkt, man müsse sein Leben grundlegend ändern. Bei mir war es ein verregneter Nachmittag vor ein paar Jahren, als ich nach einem langen Tag die Küche betrat, der Kühlschrank fast leer war und ich eigentlich schon im Kopf den Pizzadienst anrufen wollte. Doch dann fiel mein Blick auf einen Blumenkohl, der im Gemüsefach lag und mich fast schon vorwurfsvoll anschaute, weil ich ihn tagelang ignoriert hatte. Ich wollte damals unbedingt ein Low Carb Gericht ausprobieren, weil ich ständig müde war, mein Bauchgefühl nicht stimmte und ich mich nach einer gesünderen Alternative sehnte, ohne gleich auf Genuss zu verzichten. Also habe ich improvisiert – und aus diesem Blumenkohl entstand meine erste selbstgemachte Low Carb Lasagne. Statt der üblichen Nudelplatten habe ich den Blumenkohl als Basis genommen, ihn mit Käse, Hackfleisch und Tomatensauce kombiniert und in den Ofen geschoben. Was soll ich sagen? Es wurde ein voller Erfolg, meine Familie war begeistert und ich habe seitdem dieses Rezept dutzende Male gekocht, jedes Mal mit kleinen Veränderungen. Heute möchte ich diese Geschichte und das Rezept mit euch teilen, denn vielleicht wird es ja auch für euch so ein kleiner Wendepunkt wie für mich damals.
Zutaten für 4 Portionen
Blumenkohl 1 großer Kopf (ca. 800 g)
Hackfleisch (Rind oder gemischt) 500 g
Zwiebel 1 Stück
Knoblauch 2 Zehen
Tomaten aus der Dose (stückig) 400 g
Tomatenmark 2 EL
Olivenöl 2 EL
Mozzarella 200 g
Parmesan 50 g
Eier 2 Stück
Schmand oder Crème fraîche 150 g
Italienische Kräuter 2 TL
Oregano 1 TL
Basilikum frisch oder getrocknet nach Belieben
Salz und Pfeffer nach Geschmack
Muskatnuss eine Prise
Zubereitung
Zuerst widme ich mich immer dem Blumenkohl, denn er ist die Basis dieser Low Carb Lasagne. Ich wasche ihn gründlich, teile ihn in Röschen und koche ihn für etwa 8–10 Minuten in leicht gesalzenem Wasser, bis er gar, aber nicht zu weich ist. Danach gieße ich das Wasser ab und lasse den Blumenkohl gut abtropfen. Dann gebe ich ihn in eine Schüssel und zerdrücke ihn grob mit einer Gabel oder einem Kartoffelstampfer, bis eine Art „Blumenkohlreis“ entsteht. Damit die Masse nicht zu wässrig wird, rühre ich die Eier, den Schmand, eine gute Prise Muskatnuss, Salz und Pfeffer unter und lasse alles kurz ruhen.
Währenddessen bereite ich die Sauce vor. Dafür hacke ich die Zwiebel fein, presse den Knoblauch und schwitze beides in einer Pfanne mit etwas Olivenöl glasig an. Dann kommt das Hackfleisch dazu, das ich kräftig anbrate, bis es schön krümelig und leicht gebräunt ist. Anschließend rühre ich das Tomatenmark ein, gieße die stückigen Tomaten dazu und würze die Sauce mit italienischen Kräutern, Salz und Pfeffer. Auf kleiner Flamme lasse ich sie noch etwa 10 Minuten köcheln, bis sie schön aromatisch ist.
Nun kommt der schönste Teil: das Schichten. In einer Auflaufform verteile ich zuerst eine dünne Schicht der Blumenkohlmasse, dann etwas von der Hackfleischsauce, danach eine Handvoll geriebenen Mozzarella. Das Ganze wiederhole ich, bis alle Zutaten verbraucht sind. Den Abschluss bildet eine letzte Schicht Käse, die später im Ofen goldbraun überbacken wird.
Die Lasagne schiebe ich in den vorgeheizten Backofen bei 180 °C (Ober-/Unterhitze) und lasse sie etwa 35–40 Minuten backen. Wenn die Oberfläche goldbraun ist und es im ganzen Haus herrlich nach geschmolzenem Käse und Kräutern duftet, weiß ich, dass sie fertig ist. Nach dem Backen lasse ich den Auflauf ein paar Minuten ruhen, damit er sich besser schneiden lässt.
Ein kleiner Trick, den ich gelernt habe: Damit der Blumenkohlboden nicht zu matschig wird, kann man ihn nach dem Kochen gut ausdrücken, zum Beispiel in einem sauberen Küchentuch. So wird er fester und ähnelt fast echten Lasagneplatten. Wer es besonders würzig mag, kann noch etwas geriebenen Parmesan in die Blumenkohlmasse mischen – das gibt zusätzlichen Geschmack. Statt Hackfleisch funktioniert das Rezept übrigens auch wunderbar vegetarisch: einfach gebratene Zucchini, Auberginen oder Spinat als Füllung verwenden. Ich habe es schon ausprobiert, und selbst mein Mann, der eigentlich Fleischliebhaber ist, war überrascht, wie sättigend und lecker es schmeckt.
Und noch ein Tipp: Diese Lasagne eignet sich perfekt zum Vorkochen. Man kann sie am Abend vorbereiten, in den Kühlschrank stellen und am nächsten Tag nur noch in den Ofen schieben. Sie schmeckt sogar aufgewärmt noch besser, weil die Aromen dann schön durchgezogen sind.