Es gibt Rezepte, die entdeckt man zufällig und sie bleiben einem für immer im Gedächtnis. Genau so ist es bei meinem Low Carb Quarkauflauf mit Himbeeren passiert. Ich erinnere mich noch ganz genau: Es war ein ganz normaler Samstagmorgen. Ich war schon früh auf den Beinen, weil ich auf dem Wochenmarkt frisches Gemüse und Obst kaufen wollte. Zwischen all den bunten Ständen voller Äpfel, Birnen und Kürbisse entdeckte ich plötzlich eine Frau, die kleine Schalen mit frisch gepflückten Himbeeren verkaufte. Die Beeren waren so leuchtend rot, dass sie mich sofort angelacht haben. Eigentlich hatte ich gar nicht geplant, Himbeeren mitzunehmen, aber in dem Moment wusste ich: Die kommen mit nach Hause.
Als ich später meine Einkaufstasche auspackte, stand ich mit den Himbeeren in der Hand in meiner Küche und überlegte, was ich daraus machen könnte. Marmelade? Nein, dafür waren es zu wenige. Einfach so naschen? Klar, das geht immer, aber irgendwie wollte ich etwas Besonderes daraus zaubern. Und dann fiel mir ein, dass meine Oma früher oft Quarkauflauf gebacken hatte. Damals natürlich noch mit viel Zucker, Grieß und Rosinen. Ich liebte diesen Duft, wenn er im Ofen war und die ganze Wohnung nach süßem Quark roch. Aber da ich schon seit längerer Zeit versuche, meine Ernährung gesünder zu gestalten und auf Low Carb zu achten, war klar: Ich muss das Rezept so abwandeln, dass es in meinen Alltag passt. Also habe ich ein bisschen improvisiert, Zutaten ausgetauscht und ausprobiert – und heraus kam dieser Low Carb Quarkauflauf mit Himbeeren, der seitdem zu meinen absoluten Lieblingsrezepten gehört.
Zutaten
250 g Magerquark
200 g fettarmer Frischkäse (0,2 % Fett oder ähnlich)
2 mittelgroße Eier
50 g Erythrit, Xylit oder ein anderer Zuckerersatz nach Wahl
40 g Weichweizen-Grieß oder gemahlene Mandeln
15 g Vanille-Puddingpulver oder Proteinpulver
etwas Vanilleextrakt (optional, je nach Geschmack)
1 Prise Salz
100 g frische Himbeeren
etwas Öl zum Einfetten der Form
Zubereitung
- Backofen vorheizen: Den Ofen auf 175 Grad Ober- und Unterhitze einstellen. Eine kleine Auflaufform (ca. 15 x 20 cm) mit etwas Öl einfetten oder mit Backpapier auslegen.
- Quarkcreme anrühren: Den Magerquark und den fettarmen Frischkäse in eine große Schüssel geben und mit einem Schneebesen oder Handmixer zu einer glatten Masse verrühren.
- Eier aufschlagen: In einer separaten Schüssel die Eier zusammen mit dem Süßungsmittel mehrere Minuten aufschlagen, bis die Masse heller und schaumiger wird.
- Massen verbinden: Nun die Quarkmischung langsam unter die Eiermasse rühren. Alles so lange verrühren, bis eine gleichmäßige, cremige Konsistenz entsteht.
- Trockene Zutaten hinzufügen: Grieß oder Mandeln mit dem Vanille-Puddingpulver und einer Prise Salz vermengen und vorsichtig unter die Creme heben.
- Himbeeren unterheben: Die frischen Himbeeren ganz behutsam unter die Masse rühren, sodass sie nicht zerdrückt werden und möglichst ihre Form behalten.
- Backen: Die Masse in die vorbereitete Form geben, glattstreichen und etwa 30 Minuten lang backen. Sollte der Auflauf gegen Ende zu dunkel werden, einfach mit etwas Alufolie abdecken.
- Abkühlen lassen: Den fertigen Quarkauflauf kurz abkühlen lassen und entweder lauwarm servieren oder ganz auskühlen lassen und später kalt genießen.
Geschichte aus meiner Küche
Seit jenem Markttag ist dieser Auflauf ein echter Dauerbrenner in meiner Küche. Ich habe ihn schon in allen möglichen Varianten gebacken: mal mit Heidelbeeren, mal mit Erdbeeren, manchmal sogar mit ein paar Apfelstückchen und einer Prise Zimt. Jedes Mal schmeckt er anders, aber immer fantastisch. Meine Kinder nennen ihn inzwischen „den Fitness-Käsekuchen“, weil er fast so schmeckt wie ein klassischer Käsekuchen, aber viel leichter ist und man danach kein schlechtes Gewissen haben muss.
Besonders schön finde ich, dass ich mit diesem Rezept eine Brücke zwischen Tradition und moderner Ernährung schlagen konnte. Meine Oma würde wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn sie hören würde, dass ich Zucker durch Erythrit ersetze und statt Grieß oft Mandeln nehme. Aber gleichzeitig würde sie bestimmt lächeln, wenn sie sehen würde, wie ihre Enkelkinder begeistert ein Stück nach dem anderen essen.
Am besten schmeckt der Auflauf, wenn er noch leicht warm ist. Dann sind die Himbeeren innen noch ein bisschen saftig und geben kleine fruchtige Explosionen im Mund. Wer es frischer mag, kann zusätzlich etwas Zitronenschale in die Masse reiben – das gibt einen herrlich sommerlichen Geschmack. Ich mache das fast immer, weil ich finde, dass Zitrone und Himbeeren eine perfekte Kombination sind.Ein weiterer Tipp: Macht gleich die doppelte Menge! Der Auflauf hält sich im Kühlschrank zwei bis drei Tage und schmeckt kalt mindestens genauso lecker wie frisch gebacken. Man kann ihn auch super in Stücke schneiden und einfrieren. Dann hat man immer einen gesunden Snack parat, wenn die Lust auf etwas Süßes kommt.
Und das Schönste daran ist: Niemand merkt, dass es Low Carb ist. Ich habe den Auflauf schon oft Freunden serviert, die sonst nicht viel mit gesunder Ernährung am Hut haben, und jedes Mal höre ich dasselbe: „Das ist doch ein normaler Käsekuchen, oder?“ – Nein, ist es nicht. Es ist die leichte Variante, die satt macht, süß schmeckt und sich trotzdem in jede Ernährungsweise integrieren lässt.