Später nutzte sie die Mischung manchmal auch als Nachmittagsmahlzeit. Gleichzeitig begann sie, ihren Kaffee ohne Zucker zu trinken, kaufte weniger Süßigkeiten und ersetzte Limonaden durch Wasser oder ungesüßten Tee.
Die Veränderung geschah langsam. Auf der Waage passierte zunächst kaum etwas. Doch nach einigen Wochen saßen ihre Hosen lockerer, und sie fühlte sich nach dem Essen weniger schwer.
Nach etwa einem Jahr waren nach ihrer eigenen Aussage rund neun Kilogramm verschwunden. Nicht durch eine einzelne Zutat, sondern durch eine neue Ernährungsroutine, die sie tatsächlich durchhalten konnte.
Warum Naturjoghurt und Leinsamen gut zusammenpassen
Die Kombination ist deshalb praktisch, weil sie Eiweiß, Fett und Ballaststoffe miteinander verbindet. Diese Nährstoffe können gemeinsam dazu beitragen, dass eine Mahlzeit länger sättigt als ein süßes Gebäck oder ein stark gezuckerter Frühstücksjoghurt.
Naturjoghurt liefert Eiweiß
Je nach Sorte enthält Joghurt unterschiedlich viel Protein. Besonders proteinreich sind griechischer Joghurt, Skyr und einige ungesüßte Sojajoghurts.
Eiweiß ist wichtig für Muskeln, Gewebe und zahlreiche Stoffwechselvorgänge. Außerdem empfinden viele Menschen eiweißreiche Mahlzeiten als sättigender.
Das bedeutet jedoch nicht, dass automatisch jeder proteinreiche Joghurt beim Abnehmen hilft. Entscheidend bleiben die Gesamtmenge, die übrige Ernährung und der persönliche Energiebedarf.
Ein stark gezuckerter Fruchtjoghurt kann beispielsweise deutlich mehr Zucker enthalten als eine selbst zubereitete Mischung aus Naturjoghurt und frischem Obst.
Leinsamen liefern Ballaststoffe
Leinsamen enthalten lösliche und unlösliche Ballaststoffe. Zusammen mit Flüssigkeit quellen sie auf und verändern die Konsistenz des Joghurts. Er wird dicker und wirkt dadurch oft sättigender.
Ballaststoffe unterstützen außerdem eine normale Darmfunktion. Wer bisher nur sehr wenige Ballaststoffe gegessen hat, sollte die Menge allerdings langsam erhöhen. Zu große Mengen können anfangs Blähungen, Bauchschmerzen oder ein unangenehmes Völlegefühl verursachen.
Ausreichendes Trinken ist dabei besonders wichtig.
Fett macht die Mischung nicht automatisch ungesund
Leinsamen enthalten Fett, darunter Alpha-Linolensäure, eine pflanzliche Omega-3-Fettsäure. Fett liefert zwar mehr Energie als Eiweiß oder Kohlenhydrate, gehört aber trotzdem zu einer ausgewogenen Ernährung.
Die Idee, möglichst jedes Gramm Fett zu vermeiden, führt nicht automatisch zu einer besseren Ernährung. Viel wichtiger sind Portionsgröße, Auswahl und die gesamte Zusammensetzung der Mahlzeiten.
Warum gemahlene Leinsamen meist sinnvoller sind
Ganze Leinsamen können den Verdauungstrakt teilweise unverändert passieren. Werden sie frisch geschrotet oder gemahlen, sind ihre Bestandteile für den Körper leichter zugänglich.
Für den Alltag eignet sich beispielsweise:
ein Esslöffel gemahlene Leinsamen,
etwa 150 bis 200 Gramm Naturjoghurt,
etwas Wasser oder Milch bei zu fester Konsistenz.
Die Mischung kann fünf bis zehn Minuten stehen gelassen werden. Dadurch quellen die Leinsamen leicht auf.
Geschrotete Leinsamen sollten gut verschlossen und möglichst kühl gelagert werden. Da sie Fett enthalten, können sie bei langer oder warmer Lagerung ranzig werden. Wer eine größere Menge kauft, sollte auf Geruch und Geschmack achten.
Mein einfaches Grundrezept
Zutaten für eine Portion
150–200 g Naturjoghurt ohne Zuckerzusatz
1 EL gemahlene Leinsamen
1 kleine Handvoll Beeren oder ein halber Apfel
optional etwas Zimt
optional 1–2 EL Haferflocken
optional einige gehackte Nüsse
bei Bedarf etwas Wasser oder Milch
Zubereitung
Naturjoghurt und Leinsamen in einer Schale verrühren. Die Mischung fünf bis zehn Minuten stehen lassen, damit sie etwas eindickt.
Danach Obst, Zimt oder weitere Zutaten hinzufügen. Wird der Joghurt zu fest, kann ein kleiner Schluck Wasser oder Milch eingerührt werden.
Die Portion kann direkt gegessen oder am Vorabend vorbereitet und über Nacht im Kühlschrank aufbewahrt werden.