Es gibt Gerichte, die brauchen gar nicht viel, um Erinnerungen zu wecken. Bei mir gehört eine gute Jägersauce definitiv dazu. Schon als Kind freute ich mich immer darauf, wenn meine Großmutter sonntags Schnitzel machte. Während das Fleisch langsam in der Pfanne brutzelte, zog aus der Küche dieser unverwechselbare Duft von gebratenen Champignons, Zwiebeln und einer würzigen, cremigen Sauce durchs ganze Haus. Kaum war der Tisch gedeckt, fragte jeder nur noch: „Ist die Jägersauce schon fertig?“
Viele Jahre später habe ich in Restaurants immer wieder Jägersauce bestellt. Manche waren wirklich gut, andere enttäuschten eher. Mal schmeckte sie nach Fertigpulver, mal war sie zu dünn oder viel zu salzig. Irgendwann beschloss ich, selbst so lange zu experimentieren, bis ich genau den Geschmack hinbekam, den ich aus meiner Kindheit kannte.
Das Schönste daran: Eigentlich braucht man gar keine außergewöhnlichen Zutaten. Gute Champignons, eine kräftige Brühe, etwas Sahne und ein wenig Geduld reichen vollkommen aus. Das Geheimnis liegt nicht in komplizierten Gewürzen, sondern darin, den Pilzen genug Zeit zu geben, damit sie schön goldbraun werden und ihr volles Aroma entwickeln. Genau dadurch bekommt die Sauce ihren kräftigen Geschmack.
Heute gehört diese Schwarzwälder Jägersauce zu den Rezepten, die ich immer wieder koche, wenn Familie oder Freunde zu Besuch kommen. Fast jedes Mal fragt jemand nach dem Rezept, weil kaum jemand glaubt, dass sie komplett selbst gemacht ist. Dabei ist sie viel einfacher, als sie aussieht.
Zutaten
300 g Champignons oder gemischte Waldpilze
1 große Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 EL Butter
1 EL Tomatenmark
200 ml Rotwein (optional)
400 ml Rinderbrühe oder Gemüsebrühe
200 ml Sahne
1 TL Paprikapulver edelsüß
1 TL getrockneter Thymian
1 Lorbeerblatt
1 EL Mehl (bei Bedarf)
1 TL Zitronensaft
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
frische Petersilie