Wer durch historische Altstädte, mediterrane Dörfer oder ältere Wohnviertel spaziert, entdeckt sie immer wieder: Fenstergitter, die sich nach außen wölben. Während viele Menschen glauben, sie seien lediglich ein dekoratives Gestaltungselement, steckt tatsächlich viel mehr dahinter. Die charakteristische Form erfüllt gleich mehrere praktische Funktionen und wurde über viele Generationen hinweg bewusst eingesetzt.
Mehr als nur Einbruchschutz
Fenstergitter dienen natürlich in erster Linie der Sicherheit. Besonders Wohnungen im Erdgeschoss oder Häuser in dicht bebauten Straßen wurden früher häufig mit stabilen Schmiedeeisengittern ausgestattet. Doch schon früh erkannten Handwerker, dass eine gerade Konstruktion nicht immer die beste Lösung war.
Deshalb entstanden sogenannte Korb- oder Bauchgitter – Gitter mit einer nach außen gewölbten Form.
1. Platz für nach außen öffnende Fenster
In vielen Ländern Europas, insbesondere in älteren Gebäuden, öffnen sich Fenster nach außen. Ein flaches Gitter würde verhindern, dass sich die Fenster vollständig öffnen lassen.
Durch die geschwungene Form entsteht genügend Abstand zwischen Fensterflügel und Gitter, sodass das Fenster problemlos geöffnet und geschlossen werden kann.
2. Ideal für Blumen und Pflanzen
Gerade in Südeuropa gehören blühende Fensterkästen zum Straßenbild. Die Wölbung bietet zusätzlichen Platz für Pflanzkästen, Kräuter oder kleine Blumentöpfe.
Dadurch erhalten Pflanzen mehr Sonnenlicht und Luft, ohne dass sie das Öffnen des Fensters behindern. Gleichzeitig bleiben sie durch das Gitter besser vor dem Herunterfallen geschützt.
3. Mehr Tageslicht und bessere Luftzirkulation
Die gewölbte Konstruktion schafft etwas Abstand zwischen Fenster und Gitter. Dadurch wirkt das Fenster weniger eingeengt und Licht kann aus verschiedenen Winkeln besser in den Raum gelangen.
Auch die Luft kann freier zirkulieren, insbesondere wenn das Fenster weit geöffnet ist.