Der Teig wird nun in die vorbereitete Form gefüllt und glattgestrichen. Er ist relativ cremig, aber nicht flüssig. Dann wandert die Form in den Ofen, auf die mittlere Schiene. Der Kuchen braucht etwa 50 bis 60 Minuten. Nach etwa 45 Minuten mache ich zum ersten Mal die Stäbchenprobe. Jeder Ofen ist anders, deshalb verlasse ich mich nie nur auf die Zeit.
Während der Kuchen backt, bereite ich den leichten Butterguss vor. Dafür gebe ich Butter, Zucker und Wasser in einen kleinen Topf und erhitze alles bei mittlerer Hitze, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat und die Butter geschmolzen ist. Es soll nicht kochen, sondern nur heiß werden. Dann ziehe ich den Topf vom Herd und rühre Vanille und – wenn ich Lust habe – ein paar Tropfen Bittermandel unter. Das Aroma ist ganz fein und gibt dem Kuchen später eine besondere Note.
Wenn der Kuchen fertig ist, nehme ich ihn aus dem Ofen und lasse ihn etwa zehn Minuten in der Form ruhen. Danach stürze ich ihn vorsichtig auf ein Kuchengitter. Mit einem Holzstäbchen steche ich kleine Löcher in den noch warmen Kuchen. Jetzt kommt der schönste Moment: Ich gieße den warmen Guss langsam über den Kuchen, Löffel für Löffel. Er zieht nach und nach ein und macht den Kuchen unglaublich saftig, ohne ihn schwer zu machen.
Tipps und Varianten
Dieser Kuchen ist bewusst schlicht gehalten, denn genau das macht ihn so vielseitig. Wer möchte, kann ihn wunderbar anpassen. Ein paar fein geriebene Zitronenschalen geben ihm eine frische Note. Auch etwas Zimt passt hervorragend, besonders in der kälteren Jahreszeit. Im Sommer serviere ich ihn gern mit frischen Beeren oder einem Löffel Naturjoghurt.
Er hält sich gut zwei bis drei Tage saftig, am besten in einer Kuchenbox bei Zimmertemperatur. Ich finde sogar, dass er am zweiten Tag fast noch besser schmeckt, weil sich die Aromen dann richtig verbunden haben. Für Gäste schneide ich ihn gern in dünne Scheiben – er ist so aromatisch, dass man keine großen Stücke braucht.
Was ich an diesem Rezept besonders liebe, ist seine Alltagstauglichkeit. Er ist kein Kuchen, der nur für Geburtstage oder Feiertage gedacht ist. Er ist ein Kuchen für zwischendurch, für Gespräche am Küchentisch, für ruhige Momente. Genau deshalb backe ich ihn immer wieder. Er passt einfach – in jede Woche, zu jedem Kaffee und zu jeder Stimmung.