Nach den Feiertagen ist es bei mir jedes Jahr gleich. Die Küche sieht noch ein bisschen nach Fest aus, irgendwo stehen noch Reste von Plätzchen, im Kühlschrank findet man Soßen, Käse, vielleicht sogar noch ein Stück Braten. Und obwohl diese Zeit wunderschön ist, merke ich irgendwann ganz deutlich: Jetzt brauche ich etwas anderes. Etwas, das mich nicht beschwert, aber trotzdem satt macht. Etwas Warmes, Herzhaftes, aber nicht fettig. Genau in diesem Moment greife ich immer öfter zur Heißluftfritteuse.
Ich weiß noch genau, wie skeptisch ich am Anfang war. Wieder so ein Küchengerät, dachte ich. Braucht man das wirklich? Heute kann ich ehrlich sagen: Für den Alltag, besonders im Winter und nach den Feiertagen, ist sie für mich kaum wegzudenken. Nicht, weil sie Wunder vollbringt, sondern weil sie mir das Kochen erleichtert. Schnell, unkompliziert, weniger Fett – und trotzdem richtig gutes Essen. Dieses knusprige Hähnchen ist eines der Gerichte, die ich immer wieder mache, wenn ich wieder ein Gefühl für Balance brauche.
Dieses Rezept ist kein „Diätgericht“, auch wenn viele es so nennen würden. Für mich ist es einfach ehrliches Essen. Saftiges Hähnchenfleisch, außen knusprig, innen weich, dazu etwas Gemüse, das ebenfalls in der Heißluftfritteuse gegart wird. Kein langes Stehen am Herd, kein Fettgespritze, kein schlechtes Gewissen. Und genau das macht dieses Gericht so perfekt für die Zeit nach Weihnachten, nach Silvester oder auch einfach für einen kalten Winterabend, an dem man etwas Gutes essen möchte, ohne danach müde auf dem Sofa zu landen.
Ich koche dieses Hähnchen oft, wenn ich alleine bin, aber genauso gern für meine Familie. Es ist eines dieser Gerichte, bei denen niemand das Gefühl hat, auf etwas verzichten zu müssen. Im Gegenteil: Alle greifen gern zu, weil es einfach lecker aussieht und genauso schmeckt. Und genau deshalb passt dieses Rezept auch so gut in deutsche Facebook-Gruppen rund um Airfryer, gesunde Küche oder Alltagsrezepte. Es ist bodenständig, modern und trotzdem vertraut.
Zutaten
600–700 g Hähnchenstücke, ich nehme gern Hähnchenschenkel ohne Knochen oder Hähnchenbrust in größeren Stücken
2 EL Olivenöl
1 TL Paprikapulver, edelsüß
1 TL Knoblauchpulver
1/2 TL Thymian, getrocknet
1/2 TL Rosmarin, fein gehackt oder getrocknet
Salz und schwarzer Pfeffer
Optionale Beilagen:
Gemüse nach Wahl, zum Beispiel Rosenkohl, Möhren, Brokkoli oder Paprika
Zubereitung
Ich beginne immer damit, das Hähnchen vorzubereiten. Die Stücke sollten möglichst gleich groß sein, damit sie später gleichmäßig garen. Wenn ich Hähnchenbrust verwende, schneide ich sie in größere Würfel oder Streifen. Zu kleine Stücke werden schnell trocken, das habe ich am Anfang gelernt. Danach lege ich das Fleisch in eine große Schüssel.
Jetzt kommt der Moment, der für den Geschmack entscheidend ist. Ich gebe das Olivenöl dazu und vermische alles gründlich, sodass jedes Stück leicht benetzt ist. Dann folgen Paprikapulver, Knoblauchpulver, Thymian, Rosmarin, Salz und Pfeffer. Ich arbeite die Gewürze mit den Händen ein, ganz bewusst. So spürt man, ob noch etwas fehlt. Schon jetzt duftet es herrlich nach Kräutern, und genau dieser Duft macht für mich den Winter aus.