Es gibt diese Tage, an denen man einfach nur etwas Warmes, Wohltuendes essen möchte, etwas, das so richtig nach Zuhause schmeckt, aber gleichzeitig nicht schwer im Magen liegt und nicht voller Kohlenhydrate ist. Ich muss ehrlich sagen, seit ich mich intensiver mit Low Carb beschäftige, habe ich viele meiner alten Lieblingsrezepte vermisst. Nicht unbedingt wegen des Geschmacks, denn vieles lässt sich erstaunlich gut anpassen, sondern wegen der Erinnerungen, die daran hängen. Es sind oft die einfachsten Gerichte, die uns zurück in die Küche unserer Mutter oder Großmutter bringen, wo alles ganz selbstverständlich war: ein bisschen Mehl, ein paar Kartoffeln, ein wenig Käse, und schon war das Essen fertig. Aber wenn man seine Ernährung umstellt, merkt man erst, wie oft in solchen Rezepten genau das steckt, was man vermeiden möchte: Mehl, Stärke, viele schnelle Kohlenhydrate. Und genau deshalb war ich so überrascht, als ich irgendwann eine Möglichkeit fand, eines dieser „Kindheitsgerichte“ in eine Low-Carb-Version zu verwandeln, ohne dass es seinen Charakter verliert.
Das ursprüngliche Rezept bestand nur aus Kartoffeln, Mehl und Käse – ein wirklich einfaches Gericht, wie man es überall in Deutschland kennt. Aber wenn man die Zutatenliste anschaut, sieht man schnell, dass Kartoffeln und Mehl nicht wirklich in eine Low-Carb-Ernährung passen. Trotzdem hat der Gedanke an diese warmen, knusprigen, käsigen Quadrate mich wochenlang verfolgt. Es war eines dieser Gerichte, das man einmal im Kopf hat und nicht mehr loswird. Und irgendwann stand ich in meiner Küche, schaute die Zutaten an, die ich inzwischen immer zu Hause habe – Mandelmehl, Quark, Eier, Flohsamenschalen, Parmesan – und dachte: Warum nicht ausprobieren? Was habe ich zu verlieren? Vielleicht gelingt es ja. Vielleicht sogar besser, als ich denke.
Ich weiß noch genau, wie ich an diesem Tag die Schürze umgebunden habe, nicht weil sie notwendig gewesen wäre, sondern weil ich mich wie eine richtige Hausfrau fühlen wollte, so wie früher, als meine Mutter ihre Rezepte ausprobierte. Es ist lustig, wie solche Kleinigkeiten einem ein Gefühl von Geborgenheit geben können. Ich nahm eine große Schüssel aus dem Schrank und entschied, das Rezept von Grund auf neu zu denken, aber so, dass der Charakter des Originalgerichts erhalten bleibt: weich und aromatisch innen, knusprig außen, voller Käse und mit diesem typischen „Hausmannskost-Komfort“.
Und genau an dieser Stelle möchte ich für alle, die das Gericht nachkochen möchten, einmal kurz aufschreiben, was ich in meiner Low-Carb-Version tatsächlich verwende – denn ich weiß aus eigener Erfahrung, wie frustrierend es sein kann, wenn man eine Geschichte liest und der eigentliche Rezeptteil nur am Rande erwähnt wird. Deshalb hier ganz klar, übersichtlich und trotzdem im Stil einer ganz normalen Hausfrau, die einfach ihre Küche liebt:
Zutaten (Low-Carb-Version – ersetzt Kartoffeln & Mehl perfekt)
Für die Teigmasse:
450 g Blumenkohl (gekocht und fein zerstampft, ersetzt Kartoffeln)
120 g Mandelmehl
15 g Flohsamenschalen (für Bindung)
100 g Quark (macht alles saftig)
80 g geriebener Parmesan
1 Ei
Salz
Pfeffer
Petersilie, frisch gehackt
Optional: Knoblauchgranulat, Muskat, Chili je nach Geschmack
Für die Füllung:
120 g Puten- oder Hähnchenschinken (klein gewürfelt)
4–6 Scheiben Gouda oder Mozzarella
(je nach gewünschtem „Käseziehen“-Effekt)
Zum Braten:
Olivenöl oder Butterschmalz
Zubereitung Schritt für Schritt (eingebettet im Erzählstil)
Nachdem ich also meinen Blumenkohl gekocht und gut abtropfen lassen hatte, zerdrückte ich ihn mit einer Gabel so fein wie möglich. Wichtig ist, dass wirklich kein Wasser mehr drinsteht – sonst wird der Teig zu weich. Ich gebe den zerstampften Blumenkohl in eine große Schüssel, rühre das Ei hinein, dann den Quark, den Parmesan, das Mandelmehl, die Flohsamenschalen und natürlich Salz, Pfeffer und Petersilie. Das Ganze mische ich mit beiden Händen, bis eine leicht feuchte, aber stabile Masse entsteht. Wenn sie zu klebrig ist, gebe ich einen Hauch mehr Mandelmehl dazu – aber nur ganz vorsichtig. Zu viel macht alles trocken.
Dann lege ich ein Backpapier auf die Arbeitsfläche und forme aus der Masse vier flache Low-Carb-Quadrate. Es fühlt sich fast an wie früher, nur dass der Teig jetzt viel gesünder ist. Auf zwei Quadrate lege ich den gewürfelten Schinken und je eine Scheibe Käse, manchmal auch zwei, wenn ich besonders Lust auf eine „Käsebombe“ habe. Die anderen beiden Quadrate lege ich wie Deckel oben drauf und drücke die Ränder mit den Fingern zusammen, so wie ich es früher bei Kartoffeltaschen gemacht habe.
Dann erhitze ich eine Pfanne bei mittlerer Hitze und gebe ein wenig Olivenöl hinein. Und genau in diesem Moment beginnt der Teil, der mich jedes Mal glücklich macht: die Quadrate hineinzulegen, das leise Brutzeln zu hören, den Duft von Käse, Kräutern und Blumenkohl, der sich langsam in der Küche ausbreitet. Ich brate die Stücke von beiden Seiten goldbraun, ungefähr 3–4 Minuten pro Seite, damit der Käse im Inneren richtig schmelzen kann.
Wenn ich sie herausnehme und anschneide, sehe ich sofort die schönen Käsefäden, die sich langsam ziehen. Außen knusprig, innen weich – genau so, wie ich es aus meiner Kindheit kenne, nur eben gesund und Low Carb.