Es gibt Rezepte, die man nicht vergisst. Bei mir ist das die Gemüselasagne, die ich irgendwann an einem verregneten Sonntag das erste Mal ausprobiert habe. Eigentlich hatte ich gar nicht vor, eine „besondere“ Lasagne zu machen, geschweige denn eine Low Carb Version. Aber wie es im Leben manchmal so ist: Der Kühlschrank war halb leer, die Lust auf Nudeln war da, die Nudelblätter aber nicht. Stattdessen lagen dort zwei Zucchini, eine Aubergine und eine angebrochene Packung Mozzarella. Und genau in diesem Moment kam mir die Idee: Warum nicht einfach eine Lasagne ohne Nudeln probieren? Eine Gemüselasagne, die satt macht, aber nicht so schwer im Magen liegt.
Damals dachte ich, das sei nur ein Notbehelf. Aber als die Lasagne dann fertig war und wir am Tisch saßen, stellte ich fest: Sie schmeckt nicht nur leicht und frisch, sondern gleichzeitig deftig, würzig und wunderbar cremig. Meine Familie war begeistert, sogar die Kinder, die sonst Gemüse eher misstrauisch beäugen. Seitdem ist die Gemüselasagne ein Dauerbrenner in meiner Küche geworden.
Zutaten (für 3–4 Portionen)
300 g Rinderhack
200 g geriebener Mozzarella
1 Aubergine
1 Zucchini
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
etwas Oregano (getrocknet oder frisch)
passierte Tomaten (ca. 400 ml)
2 EL Olivenöl
Salz und Pfeffer aus der Mühle
Und jetzt erzähle ich dir, wie ich das Ganze Schritt für Schritt mache – nicht nur wie im Rezeptbuch, sondern so, wie es im echten Küchenalltag passiert, mit allen kleinen Umwegen, Tricks und Missgeschicken, die dazugehören.
Zuerst nehme ich mir die Aubergine und die Zucchini vor. Ich wasche sie gründlich ab, denn gerade bei Auberginen kann die Schale manchmal bitter sein, und wenn man nicht ordentlich putzt, schmeckt man es hinterher. Ich schneide beide in dünne Scheiben, etwa so dick wie eine 2-Euro-Münze. Früher habe ich die Scheiben dicker gelassen, weil ich dachte, so spart man Zeit. Das Ergebnis: halbrohe Zucchinischeiben im Auflauf – nicht empfehlenswert. Also dünn schneiden, dann klappt es. Danach salze ich die Scheiben und lasse sie 10 Minuten ziehen. Dieser Schritt ist wichtig, damit sie etwas Wasser verlieren und nicht die ganze Lasagne verwässern.
Während das Gemüse ruht, kümmere ich mich um die Sauce. Ich schäle die Zwiebel, würfle sie fein und presse eine Knoblauchzehe. In einer Pfanne erhitze ich 1 EL Olivenöl und schwitze die Zwiebelwürfel an, bis sie glasig sind. Der Duft von Zwiebeln und Knoblauch, der in der Küche aufsteigt, ist für mich immer wie ein Versprechen: Jetzt geht’s los. Dann gebe ich das Hackfleisch dazu und brate es kräftig an. Es soll nicht nur grau werden, sondern richtig schön bräunen, weil sich dann die Röstaromen entwickeln.
Wenn das Hackfleisch fast gar ist, gieße ich die passierten Tomaten dazu, würze mit Salz, Pfeffer und Oregano und lasse alles bei schwacher Hitze köcheln. Je länger man es köcheln lässt, desto intensiver wird der Geschmack. Aber oft fehlt mir die Geduld, also reichen auch schon 10 Minuten.
In der Zwischenzeit tupfe ich die Zucchini- und Auberginenscheiben mit Küchenpapier ab, um das überschüssige Salz und Wasser zu entfernen. Dann erhitze ich in einer zweiten Pfanne 1 EL Olivenöl und brate die Scheiben kurz an. Nicht zu lange, sie sollen nicht matschig werden, sondern nur ein bisschen Farbe bekommen.
Jetzt beginnt der schönste Teil: das Schichten. Ich nehme eine Auflaufform, streiche den Boden mit ein paar Tropfen Olivenöl ein und lege die erste Schicht Zucchini. Darüber kommt eine Schicht Fleisch-Tomaten-Sauce, dann Aubergine, wieder Sauce, wieder Zucchini. Manchmal streue ich zwischendurch auch ein bisschen Mozzarella ein, weil ich finde, dass Käse einfach alles besser macht. Ich schichte so lange, bis die Form voll ist, und ende mit einer Schicht Fleischsauce. Ganz oben kommt dann eine dicke Schicht geriebener Mozzarella. Ein kleiner Trick: Ich lege ein paar dünne Zucchinischeiben über den Käse, dann sieht die Lasagne noch hübscher aus und bekommt beim Backen eine leicht knusprige Oberfläche.
Den Ofen habe ich inzwischen auf 180 °C vorgeheizt. Die Form kommt hinein und darf etwa 25 Minuten backen, bis der Käse goldbraun und geschmolzen ist. In dieser Zeit duftet die ganze Wohnung nach Italien, nach Sommer, nach Urlaub. Meine Kinder kommen dann immer schon in die Küche gelaufen und fragen: „Wann ist es endlich fertig?“
Wenn der Auflauf fertig ist, lasse ich ihn ein paar Minuten stehen. Das ist schwer, weil alle schon hungrig sind, aber wichtig, damit sich die Schichten etwas setzen und man ihn besser schneiden kann. Dann hole ich die Form heraus, schneide Stücke ab und serviere sie. Dazu passt ein kleiner grüner Salat oder einfach ein Stück frisches Baguette (für die, die nicht Low Carb essen).
Meine Tipps und kleinen Fehler, die man vermeiden sollte:
- Die Auberginen nie roh in die Form legen. Sie bleiben sonst hart und geben einen bitteren Geschmack. Immer vorher anbraten.
- Nicht zu viel Flüssigkeit bei den Tomaten verwenden, sonst wird es suppig. Lieber etwas reduzieren lassen.
- Käse nicht zu früh drauflegen – sonst verbrennt er. Ich streue ihn meistens erst nach der Hälfte der Backzeit drauf.
- Wer es cremiger mag, kann etwas Ricotta zwischen die Schichten geben. Ich habe es einmal ausprobiert und es war ein Traum.
- Für eine noch konsequentere Low Carb Variante kann man die Kartoffeln (falls man sie gerne zufügt) komplett weglassen und nur mit Zucchini arbeiten.
Diese Gemüselasagne ist für mich mehr als nur ein Low Carb Gericht. Sie ist ein Beweis dafür, dass man auch ohne Nudeln ein Gericht machen kann, das allen schmeckt. Es ist leicht, macht satt, hat viele Vitamine und passt perfekt in meinen Alltag. Ich habe sie inzwischen schon so oft gekocht, dass ich gar nicht mehr nach Rezept schauen muss. Es geht mir in Fleisch und Blut über.
Und das Schönste ist: Sie erinnert mich daran, dass man in der Küche kreativ sein darf. Dass man nicht immer alles genau nach Plan machen muss. Dass aus einem „Fehlen der Nudelblätter“ ein neues Lieblingsgericht entstehen kann. Und dass Essen nicht nur satt macht, sondern auch Geschichten erzählt.