26.10.2026

Ich habe 7 Tage lang Selleriesaft getrunken – was sich verändert hat und wie man ihn ohne Entsafter zubereitet

Staudensellerie gehört zu den Gemüsesorten, die in vielen Küchen regelmäßig verwendet werden, aber selten die Hauptrolle spielen. Dabei steckt in den hellgrünen Stangen mehr, als man auf den ersten Blick vermutet.

Sellerie besteht zu einem großen Teil aus Wasser und enthält unter anderem Kalium, Vitamin K, kleinere Mengen Vitamin C sowie verschiedene natürliche Pflanzenstoffe.

Besonders interessant ist seine Verwendung als Getränk. Durch das Mixen entsteht eine grüne Flüssigkeit mit einem charakteristischen, leicht salzigen und würzigen Geschmack.

Im Gegensatz zu vielen süßen Fruchtsäften enthält Selleriesaft vergleichsweise wenig Zucker. Allerdings gehen beim Abseihen auch große Teile der wertvollen Ballaststoffe verloren.

Deshalb ist es wichtig, Selleriesaft nicht automatisch als gesünder einzustufen als das ganze Gemüse.

Trotzdem kann er eine interessante Abwechslung sein, insbesondere für Menschen, die gerne neue Gemüserezepte ausprobieren.

So habe ich Selleriesaft ohne Entsafter zubereitet

Eine der größten Überraschungen war für mich, wie einfach die Zubereitung funktioniert.

Man benötigt tatsächlich keine spezielle Saftpresse. Ein normaler Standmixer oder ein leistungsfähiger Stabmixer genügt.

Zutaten für ein großes Glas

1 kleiner Bund frischer Staudensellerie, ungefähr 300–400 g

100–150 ml kaltes Wasser

Optional etwas Zitronensaft für einen milderen Geschmack

Zubereitung

Zuerst werden die Selleriestangen gründlich unter fließendem Wasser gewaschen. Besonders zwischen den Stangen können sich kleine Erd- und Schmutzreste befinden.

Anschließend schneidet man die unteren Enden ab und entfernt gegebenenfalls beschädigte Stellen.

Die Selleriestangen werden in kleine Stücke geschnitten und zusammen mit dem Wasser in einen Mixer gegeben.

Nun alles ungefähr eine Minute lang pürieren, bis eine möglichst gleichmäßige Masse entsteht.

Wer einen klassischen Selleriesaft möchte, gießt die Mischung anschließend durch ein feines Sieb oder einen sauberen Nussmilchbeutel.

Dabei wird die Flüssigkeit aufgefangen, während ein großer Teil der Pflanzenfasern zurückbleibt.

Ich empfehle allerdings, die Mischung zunächst auch einmal ungesiebt zu probieren. Dadurch bleiben mehr Ballaststoffe erhalten und es entsteht eher ein grüner Gemüsesmoothie.

Der fertige Saft sollte möglichst frisch getrunken werden. Wenn man ihn aufbewahren möchte, gehört er sofort in den Kühlschrank.

Und dann kann das kleine Sieben-Tage-Experiment beginnen.

Tag 1: Der Geschmack war eine echte Überraschung

Am ersten Morgen war ich ziemlich gespannt. Ich hatte mir ein großes Glas vorbereitet und stellte es neben mein Frühstück.

Schon beim ersten Schluck merkte ich, dass Selleriesaft anders schmeckt als die meisten Getränke, die ich normalerweise trinke.

Er ist weder richtig süß noch besonders sauer. Stattdessen schmeckt er deutlich nach frischem Gemüse, leicht würzig und ein wenig salzig.

Ich brauchte einige Schlucke, um mich daran zu gewöhnen.

Was mich überraschte, war die Frische des Getränks. Direkt aus dem Kühlschrank schmeckte es deutlich angenehmer, als ich erwartet hatte.

An diesem ersten Tag bemerkte ich keine außergewöhnlichen Veränderungen. Und genau das ist auch nicht überraschend: Ein einzelnes Glas Gemüsesaft führt normalerweise nicht plötzlich zu sichtbaren Veränderungen des Körpers.

Trotzdem hatte ich das gute Gefühl, etwas Neues ausprobiert zu haben.

Tag 2: Die Zubereitung wurde zur kleinen Morgenroutine

Am zweiten Tag fiel mir die Zubereitung bereits deutlich leichter.

Ich hatte die Selleriestangen am Vorabend gewaschen und im Kühlschrank aufbewahrt. Morgens musste ich sie nur noch schneiden und mixen.

In wenigen Minuten stand mein Getränk fertig auf dem Tisch.

Auch der Geschmack war nicht mehr ganz so ungewohnt.

Ich bemerkte vor allem, dass mir die neue Routine gefiel. Anstatt morgens sofort zum nächsten Kaffee zu greifen, nahm ich mir zunächst ein paar Minuten Zeit für die Zubereitung.

Das bedeutete allerdings nicht, dass Selleriesaft Kaffee ersetzen müsste. Für mich war es einfach eine zusätzliche Gewohnheit.

Gerade solche kleinen Veränderungen können dabei helfen, bewusster mit der eigenen Ernährung umzugehen.

Tag 3: Was ist mit der Verdauung?

Am dritten Tag begann ich, genauer darauf zu achten, wie sich mein Körper anfühlte.

Viele Erfahrungsberichte über Selleriesaft beschäftigen sich mit der Verdauung. Einige Menschen berichten von einem weicheren Stuhl oder häufigeren Toilettengängen.

Auch ich fragte mich, ob ich etwas Ähnliches bemerken würde.

Tatsächlich kann die Verdauung auf neue Lebensmittel und veränderte Trinkgewohnheiten reagieren. Allerdings lässt sich eine solche Veränderung nicht automatisch als positive Wirkung oder gar als „Entgiftung“ interpretieren.

Besonders wichtig ist dabei der Unterschied zwischen Selleriesaft und ganzem Sellerie.

Wer die Pflanzenfasern vollständig herausfiltert, nimmt deutlich weniger Ballaststoffe zu sich. Gerade diese Ballaststoffe sind jedoch für eine normale Darmfunktion interessant.

Deshalb begann ich an diesem Tag, gelegentlich einen Teil der pürierten Selleriemasse im Getränk zu belassen.

Das machte die Konsistenz zwar etwas dicker, erschien mir aber als sinnvoller Kompromiss.

Tag 4: Mehr Energie oder einfach ein guter Start in den Tag?

Am vierten Morgen war die Zubereitung bereits selbstverständlich geworden.

Ich musste nicht mehr lange überlegen, ob ich den Selleriesaft wirklich trinken wollte.

Besonders angenehm fand ich, dass das Getränk frisch und leicht schmeckte.

In vielen Berichten wird behauptet, Selleriesaft könne die Energie deutlich steigern. Doch dafür gibt es keinen überzeugenden Nachweis, dass gerade dieses Getränk eine besondere Wirkung besitzt.

Wenn man sich während eines solchen Experiments fitter fühlt, können viele Faktoren eine Rolle spielen: ausreichender Schlaf, mehr Flüssigkeit, regelmäßige Mahlzeiten oder einfach die Freude über eine neue Gewohnheit.

Sellerie liefert zwar verschiedene Nährstoffe, ist aber kein natürlicher Ersatz für Schlaf oder eine ausgewogene Ernährung.

Für mich war an diesem Tag vor allem die Erkenntnis interessant, wie schnell aus einer zunächst ungewohnten Idee eine ganz normale Morgenroutine werden kann.

Tag 5: Wird die Haut durch Selleriesaft schöner?

Am fünften Tag betrachtete ich meine Haut etwas genauer.

Schließlich war genau das einer der Gründe, warum ich überhaupt neugierig auf das Experiment geworden war.

Im Internet liest man häufig, dass Selleriesaft die Haut reinigen und Pickel verschwinden lassen soll. Manche Menschen behaupten sogar, neue Hautunreinheiten seien ein Zeichen dafür, dass der Körper Giftstoffe ausscheidet.

Solche Aussagen sollte man allerdings kritisch betrachten.

Pickel entstehen durch verschiedene Prozesse in der Haut, darunter Veränderungen der Talgproduktion, verstopfte Poren und Entzündungsreaktionen.

Sie sind kein verlässliches Zeichen einer angeblichen Entgiftung.

Auch eine sichtbare Verbesserung des Hautbildes innerhalb weniger Tage lässt sich nicht eindeutig auf ein einzelnes Lebensmittel zurückführen.

Eine ausgewogene Ernährung, ausreichender Schlaf und eine passende Hautpflege sind insgesamt wesentlich relevanter.

Trotzdem war es interessant, sich während dieser Woche bewusster mit den eigenen Gewohnheiten zu beschäftigen.

Tag 6: Der Heißhunger auf Süßes

Am sechsten Tag stellte ich mir eine andere Frage: Kann Selleriesaft tatsächlich das Verlangen nach Süßigkeiten reduzieren?

In manchen Erfahrungsberichten wird genau das behauptet.

Ein möglicher Zusammenhang könnte darin bestehen, dass ein zusätzliches Getränk und eine bewusstere Morgenroutine die gewohnten Essensabläufe verändern.

Allerdings gibt es keinen guten Beleg dafür, dass Selleriesaft allein den Blutzuckerspiegel stabilisiert oder Heißhunger zuverlässig verhindert.

Entscheidend ist vielmehr, was man insgesamt isst.

Ein ausgewogenes Frühstück mit ausreichend Eiweiß, Ballaststoffen und sättigenden Lebensmitteln kann beispielsweise dazu beitragen, länger satt zu bleiben.

Selleriesaft enthält dagegen nur wenig Energie und ist deshalb kein vollständiger Ersatz für eine Mahlzeit.

Ich trank mein Glas also weiterhin zusätzlich zum Frühstück und nicht anstelle davon.

Tag 7: Würde ich das Experiment wiederholen?

Am siebten Morgen war ich tatsächlich ein wenig überrascht, wie schnell die Woche vergangen war.

Was anfangs wie eine ungewöhnliche Herausforderung gewirkt hatte, war inzwischen zu einer unkomplizierten Gewohnheit geworden.

Die Zubereitung dauerte nur wenige Minuten, und auch an den Geschmack hatte ich mich gewöhnt.

Hatte sich mein Leben dadurch vollkommen verändert? Natürlich nicht.

Aber ich hatte ein neues Gemüsegetränk kennengelernt und festgestellt, dass man dafür keine teuren Küchengeräte benötigt.

Das war für mich bereits ein gutes Ergebnis.

Ob jemand persönlich Veränderungen bei Verdauung, Energie oder Haut bemerkt, kann sehr unterschiedlich sein. Solche Eindrücke beweisen jedoch nicht, dass Selleriesaft bestimmte Erkrankungen behandelt oder den Körper entgiftet.

Welche Vorteile hat Sellerie tatsächlich?

Sellerie ist ein wasserreiches Gemüse und kann einen sinnvollen Beitrag zu einer abwechslungsreichen Ernährung leisten.

Besonders hervorzuheben sind einige seiner natürlichen Inhaltsstoffe.

Kalium: Dieser Mineralstoff ist unter anderem für die normale Funktion von Muskeln und Nerven wichtig und spielt eine Rolle bei der Blutdruckregulation.

Vitamin K: Es ist für die normale Blutgerinnung und den Knochenstoffwechsel relevant.

Pflanzenstoffe: Sellerie enthält verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe, darunter Flavonoide. Einige werden wissenschaftlich auf ihre biologischen Eigenschaften untersucht. Daraus lässt sich allerdings keine konkrete Heilwirkung von Selleriesaft ableiten.

Wasser: Durch seinen hohen Wasseranteil kann Sellerie zur täglichen Flüssigkeitsaufnahme beitragen.

Ballaststoffe: Diese befinden sich vor allem im ganzen Gemüse beziehungsweise im ungesiebten Smoothie. Beim klassischen Entsaften geht ein erheblicher Teil davon verloren.

All diese Eigenschaften machen Sellerie zu einem interessanten Lebensmittel. Sie bedeuten jedoch nicht, dass sein Saft eine besondere medizinische Behandlung ersetzen könnte.

Ist Selleriesaft morgens auf nüchternen Magen besser?

Diese Frage wird besonders häufig gestellt.

Viele Empfehlungen im Internet behaupten, Selleriesaft müsse unbedingt morgens und vor dem Frühstück getrunken werden.

Für eine besondere Wirkung genau zu diesem Zeitpunkt gibt es jedoch keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege.

Wer Selleriesaft gerne morgens trinkt, kann das selbstverständlich tun.

Andere Menschen vertragen ihn besser zusammen mit einer Mahlzeit oder trinken ihn lieber am Nachmittag.

Wichtiger als die Uhrzeit ist, dass das Getränk gut vertragen wird und in eine insgesamt ausgewogene Ernährung passt.

Bei empfindlichem Magen kann es sinnvoll sein, zunächst mit einer kleineren Menge zu beginnen.

Drei einfache Tricks, damit Selleriesaft besser schmeckt

Der Geschmack von Sellerie ist nicht jedermanns Sache. Gerade beim ersten Versuch kann er ziemlich intensiv wirken.

Mit einigen kleinen Veränderungen lässt sich das Getränk jedoch angenehmer gestalten.

1. Sellerie gut kühlen

Kalter Sellerie schmeckt häufig frischer und weniger aufdringlich. Ich bewahre die gewaschenen Stangen deshalb vor der Zubereitung im Kühlschrank auf.

2. Etwas Zitrone hinzufügen

Ein kleiner Spritzer Zitronensaft kann den würzigen Geschmack abrunden und dem Getränk eine frische Note geben.

3. Mit Gurke kombinieren

Wer einen besonders milden Geschmack bevorzugt, kann ein Stück Salatgurke mitmixen. Dadurch entsteht ein erfrischender grüner Gemüsedrink.

Diese Varianten verändern zwar das ursprüngliche Rezept, machen es für viele Menschen aber deutlich angenehmer.

Wer sollte bei Selleriesaft vorsichtig sein?

Auch wenn Sellerie ein gewöhnliches Lebensmittel ist, eignet sich ein tägliches großes Glas nicht automatisch für jeden Menschen.

Bei einer Sellerieallergie sollte Sellerie selbstverständlich vollständig gemieden werden.

Menschen mit bestimmten Nierenerkrankungen oder einer medizinisch vorgeschriebenen Kaliumbeschränkung sollten größere Mengen mit ihrer behandelnden Fachperson besprechen.

Wer gerinnungshemmende Medikamente wie Warfarin beziehungsweise Phenprocoumon einnimmt, sollte außerdem auf eine möglichst gleichmäßige Vitamin-K-Zufuhr achten und größere Ernährungsumstellungen medizinisch abklären.

Selleriesaft sollte auch nicht als Ersatz für Medikamente oder notwendige Behandlungen verwendet werden.

Mein Fazit nach sieben Tagen

Sieben Tage Selleriesaft sind kein Wundermittel und keine geheime Methode, um den Körper innerhalb einer Woche vollständig zu verändern.

Aber dieses kleine Experiment zeigt, wie einfach es sein kann, neue Lebensmittel in den Alltag einzubauen.

Besonders überrascht hat mich, dass man tatsächlich keinen Entsafter benötigt. Ein gewöhnlicher Mixer, etwas Wasser und ein feines Sieb reichen vollkommen aus.

Wer Sellerie mag, kann den Saft als erfrischende Ergänzung zu seiner Ernährung genießen. Noch mehr Ballaststoffe erhält man, wenn man den Sellerie direkt isst oder die pürierte Mischung nicht abseiht.

Mein persönlicher Tipp: Probieren Sie zunächst eine kleine Portion und achten Sie darauf, ob Ihnen der Geschmack zusagt. Sie müssen nicht gleich eine ganze Woche durchhalten, um herauszufinden, ob Selleriesaft etwas für Sie ist.

Manchmal sind es eben nicht die spektakulären Versprechen, sondern die kleinen, unkomplizierten Veränderungen, die eine neue Gewohnheit interessant machen.

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