Die Mengen müssen nicht millimetergenau eingehalten werden. Besonders bei Ingwer und Knoblauch kann man vorsichtig beginnen, da beide Zutaten einen sehr intensiven Geschmack besitzen.
Warum Honig bei Husten so beliebt ist
Honig ist wahrscheinlich die bekannteste Zutat dieser Mischung. Seine dickflüssige Konsistenz kann sich angenehm auf einen trockenen oder gereizten Hals legen.
Gerade abends empfinden manche Menschen einen Löffel Honig oder ein warmes Getränk mit Honig als wohltuend.
Wichtig: Honig darf Kindern unter einem Jahr nicht gegeben werden.
Ingwer sorgt für die typische Schärfe
Frischer Ingwer enthält verschiedene natürliche Pflanzenstoffe und besitzt einen charakteristischen scharf-würzigen Geschmack.
Für die Mischung wird ein kleines Stück Ingwer geschält und fein gerieben. Wer empfindlich auf Schärfe reagiert, sollte zunächst nur eine kleine Menge verwenden.
Ingwer kann Bestandteil einer abwechslungsreichen Ernährung sein. Er sollte jedoch nicht als Mittel dargestellt werden, das die Lunge „entgiftet“ oder einen Atemwegsinfekt beseitigt.
Zwiebel als traditionelles Hausmittel
Zwiebeln werden seit Langem für selbst gemachte Hustensirupe verwendet. Häufig werden sie klein geschnitten und anschließend mit Honig oder Zucker vermischt.
Nach einiger Zeit tritt Flüssigkeit aus der Zwiebel aus und verbindet sich mit dem Honig. Dadurch entsteht eine sirupartige Mischung.
Der intensive Geruch stammt unter anderem von schwefelhaltigen Verbindungen, die beim Zerkleinern der Zwiebel freigesetzt werden.
Knoblauch – kräftig, aber kein Medikament
Knoblauch bringt eine weitere intensive Komponente in die Mischung. Auch er enthält verschiedene schwefelhaltige Pflanzenstoffe.
Das macht Knoblauch zu einem interessanten Lebensmittel, bedeutet aber nicht, dass ein Löffel der Mischung bakterielle oder virale Atemwegsinfektionen behandeln kann.
Wer rohen Knoblauch schlecht verträgt, sollte die Menge reduzieren. Größere Mengen können bei empfindlichen Menschen Magen-Darm-Beschwerden verursachen.
Zitrone für Frische und Säure
Zitronensaft bringt Säure in die ansonsten sehr kräftige Mischung und liefert Vitamin C.
Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Daraus sollte allerdings nicht geschlossen werden, dass Zitronensaft eine Erkältung sofort beendet.
Für die Mischung reicht normalerweise der Saft einer halben Zitrone.
Zubereitung Schritt für Schritt
Zwiebel und Knoblauch schälen und möglichst fein hacken. Den Ingwer schälen und fein reiben.
Alles in ein sauberes Glas geben und anschließend den frisch gepressten Zitronensaft hinzufügen.
Zum Schluss den Honig darübergeben und die Zutaten gründlich miteinander vermischen.
Das Glas verschließen und die Mischung einige Zeit im Kühlschrank ziehen lassen. Dabei tritt Flüssigkeit aus Zwiebel und anderen Zutaten aus und vermischt sich mit dem Honig.
Vor der Verwendung noch einmal umrühren.
Muss man wirklich täglich einen Teelöffel nehmen?
Ein Teelöffel dieser Mischung kann bei Erwachsenen als Lebensmittel beziehungsweise Hausmittel verwendet werden, sofern die einzelnen Zutaten gut vertragen werden.
Eine bestimmte tägliche Menge garantiert jedoch keine gesundheitliche Wirkung. Aussagen wie „Nehmen Sie jeden Tag einen Teelöffel und Sie werden erstaunt sein“ sind vor allem typische Internet-Versprechen und keine medizinische Dosierung.
Bei Husten sind ausreichend Flüssigkeit, Ruhe und eine angenehme Raumluft ebenfalls wichtig.
Reinigt die Mischung die Lunge?
Nein – zumindest nicht in dem Sinne, wie es häufig in sozialen Netzwerken behauptet wird.
Die Atemwege verfügen über eigene Reinigungsmechanismen. Schleim bindet Partikel, während Flimmerhärchen und Hustenreflex dabei helfen, Sekret und Fremdstoffe nach außen zu transportieren.
Ein Hausmittel kann einen gereizten Hals angenehmer machen, aber es „wäscht“ oder „entgiftet“ die Lunge nicht.
Wann Husten nicht mehr nur mit Hausmitteln behandelt werden sollte
Bei einer gewöhnlichen Erkältung verschwindet Husten häufig wieder von selbst. Bestimmte Symptome sollten jedoch medizinisch abgeklärt werden.
Dazu gehören insbesondere Atemnot, starke Brustschmerzen, Blut beim Husten, ein deutlich verschlechterter Allgemeinzustand oder Beschwerden, die ungewöhnlich lange anhalten beziehungsweise stärker werden.
Hausmittel können bei leichten Beschwerden eine Ergänzung sein. Sie ersetzen aber keine Untersuchung, wenn die Symptome auf etwas Ernsteres hindeuten.
Fazit
Die Kombination aus Ingwer, Zwiebel, Knoblauch, Zitrone und Honig ist ein einfaches traditionelles Hausmittel, das sich besonders wegen des Honigs bei einem gereizten Hals angenehm anfühlen kann.
Wunder sollte man davon nicht erwarten. Ein Teelöffel beseitigt keine Infektion und reinigt auch nicht über Nacht die Lunge. Als kräftige selbst gemachte Mischung für die Erkältungszeit kann sie jedoch durchaus ausprobiert werden, wenn alle Zutaten gut vertragen werden.