Noch einmal abdecken.
Jetzt dürfen sie weitere 20–30 Minuten ruhen.
In dieser Zeit den Backofen auf 220 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
5. Der kleine Schritt für die typische Optik
Kurz bevor die Brote in den Ofen kommen, die Oberfläche leicht mit Mehl bestäuben.
Anschließend mit einem sehr scharfen Messer einige schräge Schnitte in die Oberfläche setzen.
Nicht einfach irgendwie einschneiden.
Die Schnitte geben dem Brot Platz, sich während des Backens auszudehnen.
Genau dadurch entsteht später diese wunderschöne rustikale Oberfläche.
Wer diesen Schritt auslässt, bekommt trotzdem Brot – es kann beim Backen allerdings an einer anderen Stelle unkontrolliert aufreißen.
6. Jetzt kommt das Bauernbrot in den Ofen
Die Brote in den gut vorgeheizten Backofen geben.
Bei 220 °C zunächst ungefähr 10 Minuten backen.
Danach die Temperatur auf etwa 190–200 °C reduzieren und die Brote weitere 25–30 Minuten backen.
Die genaue Backzeit hängt von der Größe der Laibe und vom jeweiligen Backofen ab.
Deshalb gegen Ende unbedingt die Farbe beobachten.
Die Oberfläche sollte kräftig goldbraun sein.
Und jetzt kommt der alte Trick, den viele noch von ihren Eltern oder Großeltern kennen:
Das fertige Brot vorsichtig herausnehmen und auf die Unterseite klopfen.
Klingt es deutlich hohl, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass das Brot durchgebacken ist.
Und jetzt bitte nicht sofort anschneiden!
Das ist wahrscheinlich der schwierigste Teil des ganzen Rezeptes.
Die Küche duftet nach frischem Brot, die Kruste sieht fantastisch aus und eigentlich möchte man sofort ein Stück abschneiden.
Trotzdem lohnt sich etwas Geduld.
Die Brote auf einem Kuchengitter mindestens 30 Minuten abkühlen lassen.
Im Inneren passiert nämlich noch einiges. Schneidet man ein sehr heißes Brot sofort auf, kann die Krume feuchter und klebriger wirken.
Nach etwas Ruhe lässt es sich wesentlich schöner schneiden.
Lauwarm darf es natürlich trotzdem noch sein.
Und dann kommt mein persönlicher Lieblingstest:
Eine dicke Scheibe abschneiden, etwas Butter daraufgeben und probieren.
Wenn die Butter auf dem noch leicht warmen Brot langsam weich wird, versteht man ziemlich schnell, warum selbst gebackenes Brot etwas Besonderes ist.
So wird die Kruste noch besser
Wer eine besonders schöne Kruste möchte, kann beim Backen etwas Dampf verwenden.
Dafür beim Vorheizen eine kleine hitzebeständige Schale auf den Boden des Backofens stellen.
Wenn die Brote hineinkommen, etwas heißes Wasser in die Schale geben und die Ofentür direkt wieder schließen.
Vorsicht vor dem heißen Dampf.
Nach ungefähr 10 Minuten kann die Schale – sofern gefahrlos möglich – wieder entfernt werden.
Der Dampf verhindert zu Beginn, dass die Oberfläche des Brotes zu schnell fest wird. Dadurch kann sich der Laib besser ausdehnen.
Später soll die Feuchtigkeit allerdings wieder aus dem Ofen verschwinden, damit die Kruste schön knusprig werden kann.
Was mache ich, wenn der Teig kaum aufgeht?
Nicht sofort wegwerfen.
Meistens braucht er lediglich mehr Zeit.
Gerade im Winter kann eine Küche deutlich kühler sein als gedacht.
Ein guter Platz ist beispielsweise der ausgeschaltete Backofen mit eingeschaltetem Licht. Dort entsteht häufig eine angenehm warme Umgebung.
Der Teig sollte allerdings nicht zu heiß stehen.
Auch sehr heißes Wasser beim Anrühren kann problematisch sein. Deshalb immer lauwarmes Wasser verwenden.
Warum wird mein Brot innen zu kompakt?
Dafür kann es mehrere einfache Gründe geben.
Vielleicht wurde der Teig nicht lange genug geknetet.
Vielleicht hatte die Hefe nicht genügend Zeit.
Oder beim Formen wurde der bereits aufgegangene Teig wieder sehr kräftig bearbeitet.
Gerade beim zweiten Formen gilt deshalb:
Sanft arbeiten.
Der Teig muss nicht noch einmal zehn Minuten geknetet werden.
Formen, kurz ruhen lassen, einschneiden und ab in den Ofen.
Kann ich das Rezept verändern?
Unbedingt.
Genau deshalb mag ich dieses Grundrezept so gerne.
Wer ein etwas rustikaleres Brot möchte, kann beispielsweise einen Teil des Weizenmehls durch Vollkornmehl ersetzen. Dabei kann allerdings etwas mehr Wasser notwendig werden.
Auch verschiedene Saaten passen hervorragend dazu.
Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Sesam oder Leinsamen geben dem Brot jedes Mal einen etwas anderen Charakter.
Wer Kräuterbrot mag, kann getrocknete Kräuter in den Teig geben.
Und mit etwas Kümmel bekommt das Brot eine deutlich traditionellere, würzigere Richtung.
Ich würde beim ersten Versuch allerdings tatsächlich die einfache Grundversion backen.
Dann weiß man, wie der ursprüngliche Teig aussehen und sich anfühlen soll. Danach kann man experimentieren.
So bewahre ich Bauernbrot auf
Frisches Brot sollte möglichst nicht warm in eine Plastiktüte gepackt werden.
Dort sammelt sich Feuchtigkeit und die schöne Kruste wird schnell weich.
Ich lasse das Brot deshalb zunächst vollständig auskühlen.
Anschließend kann es in einem Brotkasten oder Brotbeutel aufbewahrt werden.
Wer beide Laibe nicht innerhalb weniger Tage benötigt, kann einen davon auch einfrieren.
Das mache ich sogar ziemlich häufig.
Dann habe ich immer selbst gebackenes Brot im Haus, ohne jedes Mal neu anfangen zu müssen.
Warum ich lieber zwei kleinere Brote backe
Natürlich könnte man aus der Teigmenge auch einen größeren Laib formen.
Ich mag zwei kleinere Brote aber lieber.
Das erste landet direkt auf dem Tisch.
Das zweite wird für später aufgehoben oder eingefroren.
Außerdem bekommt man bei zwei Broten mehr von dem, worauf sich bei uns sowieso alle zuerst stürzen:
Kruste.
Und wenn beide Laibe frisch aus dem Ofen kommen, sieht das Ganze gleich doppelt so schön aus.
Mein wichtigster Tipp für dieses Bauernbrot
Versuchen Sie nicht, einen weichen Brotteig durch immer mehr Mehl „perfekt“ zu machen.
Das war früher einer meiner häufigsten Fehler.
Der Teig klebte ein wenig?
Noch Mehl hinein.
Immer noch weich?
Noch mehr Mehl.
Am Ende ließ er sich zwar wunderbar formen – aber das fertige Brot war trocken und schwer.
Ein Brotteig darf etwas weich sein.
Nach ausreichendem Kneten wird er normalerweise wesentlich angenehmer zu verarbeiten.
Deshalb lieber zunächst geduldig kneten und erst danach entscheiden, ob wirklich zusätzliches Mehl notwendig ist.
Ein Brot, das bei uns immer wieder auf den Tisch kommt
Es gibt sicherlich aufwendigere Brotrezepte.
Man kann mit Sauerteig arbeiten, verschiedene Mehlsorten mischen, Teige über Nacht führen und sich tagelang mit dem perfekten Brot beschäftigen.
Das alles hat seine Berechtigung.
Aber manchmal möchte ich einfach nur ein richtig gutes selbst gebackenes Brot.
Mehl, Wasser, Hefe, Salz und ein wenig Butter.
Mehr braucht es für dieses Rezept nicht.
Und trotzdem entsteht daraus etwas, das jedes Mal die ganze Küche verändert.
Erst wartet man darauf, dass der Teig aufgeht. Dann beginnt während des Backens dieser unverwechselbare Duft durchs Haus zu ziehen. Schließlich liegen zwei goldbraune Bauernbrote auf dem Tisch und man muss sich nur noch beherrschen, sie nicht sofort anzuschneiden.
Für mich ist genau das die Schönheit einfacher Rezepte.
Keine außergewöhnlichen Zutaten.
Keine komplizierten Techniken.
Nur ein Rezept, das man einmal ausprobiert und anschließend immer wieder backen kann.