Das bedeutet jedoch nicht, dass nur ältere oder bereits kranke Menschen betroffen sind. Auch jüngere Erwachsene können einen Schlaganfall erleiden. Deshalb sollte niemand Warnzeichen ignorieren, nur weil er sich eigentlich gesund fühlt.
Besonders hilfreich ist im Alltag der sogenannte FAST-Test. Er dauert nur wenige Sekunden und kann wertvolle Hinweise liefern.
Lächelt die betroffene Person? Hängt dabei ein Mundwinkel herunter?
Kann sie beide Arme gleichzeitig nach vorne strecken oder sinkt einer langsam ab?
Kann sie einen einfachen Satz deutlich und verständlich nachsprechen?
Wenn bei einer dieser Fragen etwas auffällt, sollte sofort der Rettungsdienst über die 112 verständigt werden. Nicht erst später. Nicht nach dem Mittagessen. Nicht am nächsten Morgen.
Viele Menschen hoffen in so einer Situation, dass die Beschwerden von allein verschwinden. Genau dieses Abwarten kostet jedoch wertvolle Zeit. Moderne Behandlungsmöglichkeiten können bei bestimmten Formen des Schlaganfalls sehr wirksam sein – allerdings nur innerhalb eines begrenzten Zeitfensters.
Bis der Rettungsdienst eintrifft, sollte die betroffene Person möglichst ruhig bleiben und nicht allein gelassen werden. Essen oder Trinken sollte man nicht anbieten, da Schluckstörungen auftreten können. Wichtig ist vor allem, ruhig zu bleiben und die Symptome möglichst genau zu beobachten.
Zum Glück lässt sich das persönliche Risiko oft positiv beeinflussen. Schon kleine Veränderungen im Alltag können langfristig einen Unterschied machen. Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten, ausreichend Schlaf und das Vermeiden des Rauchens gehören zu den wichtigsten Maßnahmen. Ebenso sinnvoll sind regelmäßige Kontrollen von Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin – besonders ab einem höheren Alter oder wenn bereits Vorerkrankungen bestehen.
Was mich an diesem Thema besonders beschäftigt, ist die Tatsache, dass viele Menschen die Warnzeichen zwar schon einmal gehört haben, sie im Ernstfall aber nicht mit einem Schlaganfall verbinden. Ein bisschen Schwindel wird auf das Wetter geschoben. Taube Finger gelten als Verspannung. Sprachprobleme werden auf Müdigkeit oder Stress zurückgeführt.
Natürlich steckt hinter solchen Beschwerden häufig eine harmlose Ursache. Trotzdem sollte man plötzlich auftretende neurologische Symptome nie auf die leichte Schulter nehmen. Im Zweifel ist es immer besser, einmal zu viel medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen als einmal zu wenig.
Wenn du diesen Artikel bis hier gelesen hast, dann nimm dir vielleicht einen Moment Zeit und sprich mit deiner Familie darüber. Gerade ältere Angehörige wissen oft nicht, worauf sie achten müssen. Schon ein kurzes Gespräch kann dazu beitragen, dass im Ernstfall schneller reagiert wird.
Gesundheit beginnt nicht erst beim Arztbesuch. Sie beginnt oft damit, aufmerksam auf den eigenen Körper zu hören und Warnsignale ernst zu nehmen. Und manchmal kann genau dieses Wissen den entscheidenden Unterschied machen.