Zubereitung
Zuerst bereite ich mir immer alles in Ruhe vor, denn gerade bei einem Teig, der schnell zusammenkommen soll, ist es angenehm, wenn schon alles bereitsteht. Die Heißluftfritteuse heize ich auf 180 Grad vor. Das geht meist schnell, und in dieser Zeit kann man den Teig ganz entspannt zubereiten. Wer kein Vorheizprogramm nutzt, lässt das Gerät einfach ein paar Minuten anlaufen. Ich lege den Garkorb gern mit zugeschnittenem Backpapier aus oder verwende eine passende Einlage, damit sich die Scones später gut herausnehmen lassen und nichts anklebt.
Dann nehme ich eine große Schüssel und gebe beide Mehlsorten hinein. Ich mag die Mischung aus hellem Dinkelmehl und etwas Dinkelvollkorn besonders gern, weil sie den Scones mehr Charakter gibt, ohne sie schwer zu machen. Dazu kommen Backpulver, Natron, Salz, Pfeffer, Paprika und Knoblauchpulver. Alles wird gründlich vermischt, damit sich die Gewürze später gleichmäßig verteilen. Schon dieser trockene Mix riecht wunderbar herzhaft und macht sofort Lust auf mehr.
Nun kommt die kalte Butter dazu. Wichtig ist, dass sie wirklich kühl ist, denn genau das sorgt später für diese schöne, zarte Struktur. Ich arbeite die Butter mit den Fingerspitzen in die Mehlmischung ein, bis eine krümelige Konsistenz entsteht. Man muss dabei nicht perfekt sein. Es dürfen ruhig noch kleine Butterstückchen zu sehen sein. Diese kleinen Stückchen schmelzen später beim Backen und machen die Scones besonders locker. Wer mag, kann dafür auch einen Teigmischer verwenden, aber mit den Händen geht es ebenso gut und fühlt sich irgendwie hausgemachter an.
Anschließend rühre ich den geriebenen Käse und die frischen Kräuter unter. Wenn ich gerade Frühlingszwiebel da habe, kommt davon auch etwas dazu. Das bringt Frische und macht den Geschmack noch runder. Der Käse sollte fein gerieben sein, damit er sich gut verteilt und in jedem Bissen etwas davon zu spüren ist. Gerade bei einer etwas leichteren Version ist es schön, wenn der Käse nicht klumpig, sondern fein und gleichmäßig im Teig steckt.
In einer zweiten kleinen Schüssel verrühre ich dann Skyr, Joghurt und das Ei. Manchmal gebe ich noch einen kleinen Teelöffel Senf dazu, wenn ich Lust auf eine etwas würzigere Note habe. Das schmeckt man später nicht stark heraus, aber es gibt dem Teig eine angenehme Tiefe. Diese feuchte Mischung kommt nun zu den trockenen Zutaten. Dann rühre ich alles vorsichtig mit einem Löffel oder Teigschaber zusammen, nur so lange, bis ein weicher, leicht klebriger Teig entsteht. Ganz wichtig: nicht zu lange rühren oder kneten. Je sanfter man arbeitet, desto lockerer werden die Scones am Ende.
Wenn der Teig zusammenhält, gebe ich ihn auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche. Er soll weich sein, aber noch formbar. Falls er zu klebrig ist, hilft ein Hauch Mehl – wirklich nur wenig, damit die Scones nicht trocken werden. Ich drücke den Teig mit den Händen zu einer etwa 2,5 bis 3 Zentimeter dicken runden Platte. Schon hier sieht man oft, wie schön locker der Teig wirkt. Dann steche ich mit einem Glas oder Ausstecher Kreise aus. Wer es rustikaler mag, kann den Teig auch einfach in acht Stücke schneiden, ähnlich wie kleine Dreiecke. Das mache ich besonders gern, wenn es schnell gehen soll, denn die rustikale Form passt wunderbar zu diesem Rezept.
Die geformten Scones setze ich mit etwas Abstand auf das vorbereitete Backpapier in den Korb der Heißluftfritteuse. Je nach Größe des Geräts backe ich sie in einer oder zwei Runden. Zu eng sollten sie nicht liegen, damit die heiße Luft gut zirkulieren kann und die Oberseite schön goldig wird. Jetzt verrühre ich Eigelb mit einem Teelöffel Milch und bestreiche die Oberseiten vorsichtig damit. Das sorgt für diese schöne Farbe, die am Ende so appetitlich aussieht. Wer möchte, streut noch ein klein wenig Käse darüber. Ich mache das manchmal, aber nicht immer. Schon wenig reicht, damit die Scones hübsch aussehen und einen feinen Extra-Geschmack bekommen.
Dann wandern sie in die Heißluftfritteuse und backen dort etwa 10 bis 13 Minuten bei 180 Grad. Die genaue Zeit hängt ein wenig vom Gerät und von der Größe der Scones ab. Ich schaue gegen Ende gerne einmal nach. Die Oberseite soll goldbraun sein, die Scones sollen aufgegangen wirken und an den Rändern leicht Farbe bekommen haben. Wenn man sie vorsichtig anfasst, fühlen sie sich außen leicht fest an, innen bleiben sie schön weich. Genau diese Kombination macht sie so besonders.
Sobald sie fertig sind, nehme ich sie heraus und lasse sie ein paar Minuten auf einem Gitter ruhen. Ganz frisch sind sie natürlich am allerbesten, noch leicht warm, wenn der Käse innen weich ist und die Krume ihren wunderbaren Duft verströmt. Aber auch lauwarm schmecken sie herrlich. Ich serviere sie gern mit Kräuterquark, Hüttenkäse, einem Tomatensalat oder einfach mit ein paar frischen Gemüsesticks. Für ein unkompliziertes Mittagessen reichen schon zwei Scones und eine Schüssel Suppe, und man hat das Gefühl, etwas wirklich Gutes gegessen zu haben.
Was ich an diesem Rezept besonders liebe, ist die Balance. Die Scones sind nicht fettig, nicht schwer, aber auch nicht trocken oder streng. Der Skyr und der Joghurt halten die Krume weich, das bisschen Butter bringt Geschmack und Struktur, und der Käse sorgt für das herzhafte Wohlgefühl, das man sich von so einem Gebäck wünscht. Gerade wenn man nach einer leichteren Alternative sucht, die trotzdem satt und zufrieden macht, ist das für mich eine ideale Mischung.
Ich habe diese Scones inzwischen schon zu ganz unterschiedlichen Gelegenheiten gemacht. Einmal für einen Sonntagsbrunch mit Gurke, Radieschen und Frischkäse. Ein anderes Mal als kleine Beilage zu einer cremigen Gemüsesuppe. Und oft auch einfach an einem normalen Wochentag, wenn ich keine Lust auf Brot hatte, aber etwas Herzhaftes auf dem Tisch stehen sollte. Sie passen sich so leicht dem Alltag an, dass sie schnell zu einem dieser Rezepte werden, die man fast auswendig kann und immer wieder gern macht.
Besonders schön finde ich, dass auch Kinder oder Gäste, die sonst bei “leichteren” Rezepten skeptisch sind, diese Scones oft sofort mögen. Vielleicht gerade deshalb, weil sie nicht versuchen, etwas zu sein, was sie nicht sind. Sie wollen kein Ersatz für alles Mögliche sein. Sie sind einfach ehrliche, herzhafte Käse-Scones – nur ein wenig alltagstauglicher und ausgewogener gedacht. Und genau das ist oft die beste Küche.
Wenn etwas übrig bleibt, bewahre ich die Scones in einer gut schließenden Dose auf. Am nächsten Tag kann man sie noch einmal kurz in der Heißluftfritteuse erwärmen, zwei bis drei Minuten genügen meist schon. Dann werden sie außen wieder leicht fest und innen schön weich. Kalt schmecken sie ebenfalls gut, besonders als kleiner Snack für unterwegs oder zum Mitnehmen. Ich halbiere sie manchmal und bestreiche sie mit Frischkäse und etwas Senf, dazu ein paar Gurkenscheiben – schon hat man eine wunderbare kleine herzhafte Zwischenmahlzeit.
Je öfter ich dieses Rezept gebacken habe, desto mehr habe ich gemerkt, wie wertvoll solche unkomplizierten Lieblingsrezepte sind. Sie nehmen einem nicht viel Zeit, sie brauchen keine exotischen Zutaten, und trotzdem machen sie aus einem gewöhnlichen Tag etwas Gemütliches. Genau das wünsche ich mir von guter Alltagsküche: Dass sie nicht anstrengend ist, aber trotzdem Wärme in die Küche bringt. Dass sie nicht perfekt sein muss, um Freude zu machen. Und dass man sie gern mit anderen teilt.