Während der Sirup steht, widme ich mich dem Brot. Die Scheiben lege ich auf ein Backblech und röste sie im Ofen bei niedriger Hitze, bis sie trocken und leicht goldbraun sind. Dieser Schritt ist entscheidend, denn nur so kann das Brot später den Sirup aufnehmen, ohne seine Struktur zu verlieren. Es erinnert ein wenig an Zwieback, nur aromatischer.
Jetzt bereite ich die Auflaufform vor, indem ich sie leicht mit Butter einfette. Dann beginne ich zu schichten. Eine Lage Brot, ein paar Nüsse, ein paar Rosinen, etwas Käse. Nicht zu viel auf einmal, sondern gleichmäßig. Ich wiederhole diesen Vorgang, bis alles aufgebraucht ist. Jede Schicht fühlt sich an wie ein kleines Versprechen, dass am Ende alles zusammenpasst.
Nun gieße ich langsam den warmen Sirup darüber. Ich mache das in Etappen, lasse das Brot zwischendurch Zeit, die Flüssigkeit aufzunehmen. Es ist kein Gericht für Eile. Man sieht richtig, wie sich der Sirup seinen Weg durch die Schichten sucht.
Zum Schluss verteile ich ein paar kleine Butterflöckchen auf der Oberfläche und stelle die Form in den vorgeheizten Ofen. Dort backt die Capirotada bei 175 Grad etwa 25 bis 30 Minuten. Der Käse schmilzt, die Oberfläche wird leicht gebräunt, und der Duft, der dabei entsteht, ist schwer zu beschreiben. Süß, würzig, warm – fast wie eine Erinnerung, die man essen kann.
Nach dem Backen lasse ich das Gericht kurz stehen. Capirotada schmeckt am besten, wenn sie nicht kochend heiß serviert wird, sondern warm, wenn sich alles gesetzt hat und die Aromen richtig zur Geltung kommen.
Tipps und Variationen
Diese Low-Carb-Capirotada ist sehr wandelbar. Wer es noch nussiger mag, kann Mandeln oder Walnüsse verwenden. Auch Kokoschips passen gut, wenn man eine etwas modernere Note möchte.
Wenn du komplett auf Trockenfrüchte verzichten möchtest, kannst du sie weglassen und stattdessen etwas mehr Vanille oder ein Hauch Zimt verwenden. Das Ergebnis ist weniger süß, aber sehr harmonisch.
Ich serviere dieses Gericht gern pur, manchmal mit einem Klecks ungesüßter Sahne oder einem Löffel griechischem Joghurt. Es passt wunderbar zu ruhigen Abenden, an denen man sich etwas Gutes tun möchte, ohne schwer zu essen.
Reste lassen sich gut im Kühlschrank aufbewahren und schmecken am nächsten Tag fast noch besser. Kurz aufgewärmt entfalten sich die Gewürze erneut, und man hat wieder dieses Gefühl von Wärme und Geborgenheit.
Für mich ist diese Capirotada ein Beweis dafür, dass man Traditionen nicht aufgeben muss, nur weil sich der eigene Lebensstil verändert. Man kann sie anpassen, respektvoll, mit Liebe – und genau so weitertragen.