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Low-Carb-Brot mit nur wenigen Zutaten – einfach, saftig und perfekt für den Alltag

Wer schon einmal versucht hat, weniger Kohlenhydrate zu essen, kennt wahrscheinlich genau diesen Moment: Man hat sich vorgenommen, bewusster zu kochen, weniger klassisches Brot zu essen und vielleicht abends nicht mehr automatisch zu Brötchen, Toast oder Weißbrot zu greifen. Am Anfang klappt das oft ganz gut. Man macht sich Salat, Eier, Gemüse, Fleisch, Fisch, Käse oder Quarkgerichte. Doch irgendwann kommt dieser Appetit auf ein richtiges Stück Brot. Nicht unbedingt auf etwas Süßes, nicht auf Kuchen, sondern auf dieses einfache Gefühl: eine Scheibe Brot in der Hand, etwas Butter darauf, vielleicht Käse, Frischkäse, Avocado oder ein gekochtes Ei dazu. Genau dann merkt man, wie sehr Brot für viele Menschen zum Alltag gehört.

Das klassische einfache Brot mit Mehl, Wasser und Hefe ist wunderbar, aber für Low-Carb passt es natürlich nicht besonders gut, weil normales Weizenmehl sehr viele Kohlenhydrate enthält. Deshalb braucht man für eine Low-Carb-Version eine andere Grundlage. Statt Weizenmehl verwendet man hier vor allem gemahlene Mandeln, Leinsamen, Eier und Quark. Daraus entsteht kein Brot, das eins zu eins wie ein luftiges Bäckerweißbrot schmeckt, und das sollte man auch nicht erwarten. Es ist eher ein saftiges, nussiges, sättigendes Eiweißbrot, das sich gut schneiden lässt, angenehm würzig schmeckt und wunderbar zu herzhaften Belägen passt.

Ich mag dieses Rezept, weil es unkompliziert ist und ohne lange Gehzeit auskommt. Man muss keine Hefe aktivieren, keinen Teig stundenlang gehen lassen und auch keine komplizierte Backtechnik beherrschen. Alles wird in einer Schüssel verrührt, in eine Form gegeben und gebacken. Gerade für Menschen, die im Alltag schnell etwas vorbereiten möchten, ist das sehr praktisch. Man kann das Brot am Abend backen und am nächsten Morgen zum Frühstück essen. Oder man schneidet es in Scheiben, friert einen Teil ein und toastet die Scheiben später kurz auf. So hat man immer eine Low-Carb-Brotalternative griffbereit.

Dieses Brot passt besonders gut zu Frischkäse, Käse, Lachs, Ei, Kräuterquark, Hähnchenbrust, Tomaten, Gurken oder Avocado. Auch als Beilage zu Suppe oder Salat macht es sich gut. Durch die Mandeln und Leinsamen ist es deutlich sättigender als normales Weißbrot. Man isst oft schon nach ein oder zwei Scheiben genug, weil es gehaltvoller ist. Genau das ist für Low-Carb-Gerichte ideal: weniger leere Kohlenhydrate, dafür mehr Eiweiß, Fett und Ballaststoffe.

Zutaten

200 g gemahlene Mandeln

50 g geschrotete Leinsamen

30 g Flohsamenschalen

250 g Magerquark oder Speisequark

4 Eier

1 Päckchen Backpulver

1 Teelöffel Salz

2 Esslöffel Olivenöl oder neutrales Öl

2 Esslöffel Sonnenblumenkerne

2 Esslöffel Kürbiskerne

Nach Wunsch 1 Teelöffel Brotgewürz

Nach Wunsch etwas Sesam zum Bestreuen

Nach Wunsch 1 Esslöffel Chiasamen

Nach Wunsch etwas Wasser, falls der Teig zu fest wird

Zubereitung

Zuerst wird der Ofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorgeheizt. Eine kleine Kastenform wird mit Backpapier ausgelegt. Das Backpapier ist bei diesem Brot sehr hilfreich, weil der Teig durch Quark, Eier und Mandeln etwas feuchter ist als normaler Brotteig. Mit Backpapier lässt sich das Brot später viel leichter herausheben. Wer keine Kastenform hat, kann auch einen kleinen runden Laib auf einem Backblech formen, aber in der Form wird das Brot gleichmäßiger und lässt sich schöner schneiden.

Nun gibt man die gemahlenen Mandeln in eine große Schüssel. Dazu kommen die geschroteten Leinsamen, die Flohsamenschalen, das Backpulver und das Salz. Wer Brotgewürz mag, kann jetzt einen Teelöffel dazugeben. Brotgewürz besteht oft aus Kümmel, Fenchel, Anis und Koriander. Es gibt dem Low-Carb-Brot einen kräftigeren, klassischeren Brotgeschmack. Wer diesen Geschmack nicht mag, lässt es einfach weg. Das Brot schmeckt auch ohne Brotgewürz gut, dann eher mild und nussig.

Die trockenen Zutaten werden gründlich vermischt. Das ist wichtig, weil sich besonders Flohsamenschalen gut verteilen sollten. Sie binden später Flüssigkeit und sorgen dafür, dass das Brot eine bessere Struktur bekommt. Wenn sie nicht gleichmäßig verteilt sind, kann der Teig an manchen Stellen zu fest und an anderen zu weich werden.

In einer zweiten Schüssel werden die Eier mit dem Quark und dem Öl verrührt. Man muss dafür kein Handrührgerät verwenden, ein Schneebesen reicht völlig aus. Die Masse sollte möglichst glatt sein. Dann gibt man die Quark-Ei-Mischung zu den trockenen Zutaten und rührt alles gründlich zusammen. Am Anfang wirkt der Teig vielleicht etwas weich, aber nach kurzer Zeit ziehen Leinsamen und Flohsamenschalen Flüssigkeit an. Deshalb sollte man den Teig etwa 5 bis 10 Minuten stehen lassen, bevor man entscheidet, ob noch etwas Wasser nötig ist.

Nach dieser kurzen Ruhezeit prüft man die Konsistenz. Der Teig sollte dick, formbar und leicht klebrig sein, aber nicht flüssig. Wenn er sehr trocken und bröselig wirkt, gibt man esslöffelweise etwas Wasser dazu. Wenn er zu weich ist, kann man noch einen kleinen Löffel Leinsamen oder gemahlene Mandeln einrühren. Bei Low-Carb-Teigen kommt es manchmal auf die genaue Marke der Zutaten an. Manche Flohsamenschalen binden sehr stark, andere etwas weniger. Deshalb ist ein kleines Anpassen ganz normal.

Jetzt werden Sonnenblumenkerne und Kürbiskerne unter den Teig gemischt. Man kann auch Chiasamen, Sesam oder gehackte Walnüsse verwenden. Die Kerne geben dem Brot mehr Biss und machen es optisch schöner. Wer das Brot sehr fein möchte, kann die Kerne weglassen. Ich finde sie aber gerade bei Low-Carb-Brot wichtig, weil sie den Geschmack runder machen und das Brot weniger kompakt wirken lassen.

Der fertige Teig wird in die vorbereitete Kastenform gegeben. Mit einem angefeuchteten Löffel oder mit feuchten Händen streicht man die Oberfläche glatt. Danach kann man das Brot mit Sesam, Sonnenblumenkernen oder Kürbiskernen bestreuen. Damit die Kerne besser halten, drückt man sie leicht in die Oberfläche. Wer möchte, kann oben mit einem Messer einen kleinen Schnitt ziehen. Das sieht später schön aus, auch wenn dieses Brot nicht so stark aufreißt wie ein Hefebrot.

Nun kommt die Form in den vorgeheizten Ofen. Das Brot wird etwa 50 bis 60 Minuten gebacken. Die Backzeit hängt etwas von der Form und vom Ofen ab. Nach 45 Minuten kann man einmal prüfen, wie dunkel die Oberfläche ist. Wenn das Brot zu schnell bräunt, legt man locker ein Stück Backpapier darüber. Fertig ist es, wenn es fest wirkt und beim leichten Klopfen nicht mehr zu weich klingt. Da Low-Carb-Brot durch Quark und Mandeln saftiger ist, fühlt es sich anders an als normales Brot. Es darf nicht mehr wackeln, sollte aber auch nicht völlig trocken gebacken werden.

Nach dem Backen nimmt man die Form aus dem Ofen und lässt das Brot etwa 10 Minuten darin stehen. Danach hebt man es vorsichtig mit dem Backpapier heraus und legt es auf ein Gitter. Jetzt kommt der wichtigste Schritt: Das Brot muss vollständig auskühlen, bevor man es anschneidet. Auch wenn es warm sehr verlockend duftet, sollte man geduldig sein. Direkt aus dem Ofen ist die Krume noch sehr weich. Wenn man zu früh schneidet, kann das Brot innen feucht oder bröselig wirken. Nach dem Auskühlen wird es stabiler und lässt sich viel besser in Scheiben schneiden.

Am besten schneidet man das Brot mit einem scharfen Brotmesser in nicht zu dünne Scheiben. Durch die saftige Struktur sind etwas dickere Scheiben angenehmer. Wer möchte, kann sie anschließend kurz toasten. Getoastet schmeckt dieses Low-Carb-Brot besonders gut, weil die Ränder leicht knusprig werden und das nussige Aroma stärker herauskommt. Mit Butter und Käse ist es sehr lecker, aber auch mit Kräuterfrischkäse, Avocado oder Rührei passt es wunderbar.

admin

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