Manchmal sind es die einfachsten Gewohnheiten, die uns besonders neugierig machen. Ein Glas warmes Wasser am Morgen, eine Tasse Kräutertee am Abend oder ein Löffel Honig vor dem Schlafengehen – fast jede Familie kennt solche kleinen Hausrituale. Doch in letzter Zeit hört man immer häufiger von einer weiteren Gewohnheit: Jeden Abend einen Esslöffel Olivenöl einnehmen.
Als ich zum ersten Mal davon hörte, musste ich schmunzeln. Olivenöl kannte ich schließlich hauptsächlich aus der Küche. Ich verwendete es für Salate, zum Verfeinern von Gemüse oder für mediterrane Gerichte. Aber einen ganzen Löffel davon einfach vor dem Zubettgehen einnehmen? Das klang zunächst ungewöhnlich.
Die Idee begegnete mir bei einem Gespräch über traditionelle Ernährungsgewohnheiten. Eine ältere Bekannte erzählte, dass in ihrer Familie schon seit vielen Jahren täglich Olivenöl verwendet werde. Besonders ihre Großmutter habe großen Wert auf gutes, kalt gepresstes Olivenöl gelegt. Für sie gehörte es genauso selbstverständlich zum Alltag wie frisches Brot und Gemüse.
Natürlich wollte ich wissen, was hinter dieser Gewohnheit steckt. Ist Olivenöl am Abend tatsächlich etwas Besonderes? Kann es die Verdauung beeinflussen? Welche Rolle spielt es für Herz, Haut und Wohlbefinden? Und macht es überhaupt einen Unterschied, ob man es morgens oder abends verwendet?
Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass Olivenöl tatsächlich interessante Eigenschaften besitzt. Es enthält wertvolle Fettsäuren und natürliche Pflanzenstoffe, die seit Jahren wissenschaftlich untersucht werden. Allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen den bekannten Vorteilen von Olivenöl als Bestandteil der Ernährung und den spektakulären Versprechen, die manchmal über einen einzelnen Löffel vor dem Schlafengehen verbreitet werden.
Schauen wir uns deshalb zehn interessante Aspekte genauer an. Einige davon dürften Sie überraschen.
Was macht Olivenöl eigentlich so besonders?
Olivenöl gehört seit Jahrhunderten zur traditionellen Ernährung vieler Mittelmeerländer. Besonders in Griechenland, Italien und Spanien wird es täglich verwendet. Dort dient es nicht nur zum Braten oder für Salate, sondern auch zum Verfeinern einfacher Speisen.
Seine Besonderheit liegt vor allem in der Zusammensetzung seiner Fettsäuren. Ein großer Teil besteht aus einfach ungesättigten Fettsäuren, insbesondere Ölsäure. Darüber hinaus enthält hochwertiges natives Olivenöl extra verschiedene natürliche Pflanzenstoffe, darunter Polyphenole.
Diese Verbindungen sind einer der Gründe, weshalb Olivenöl im Zusammenhang mit einer ausgewogenen Ernährung so häufig empfohlen wird.
Doch muss man es dafür tatsächlich pur einnehmen? Nicht unbedingt. Viele der untersuchten Vorteile zeigen sich vor allem dann, wenn Olivenöl regelmäßig andere Fettquellen, insbesondere solche mit vielen gesättigten Fettsäuren, ersetzt.
Trotzdem lohnt es sich, die zehn Bereiche anzusehen, in denen Olivenöl eine interessante Rolle spielen kann.
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