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Ärzte erklären: Bei diesen Menschen kann Blumenkohl tatsächlich Beschwerden verursachen

Blumenkohl gehört bei uns zu den Gemüsesorten, die regelmäßig auf dem Tisch stehen. Mal klassisch gekocht mit etwas Butter und Muskat, mal überbacken mit Käse und manchmal einfach aus dem Ofen. Lange habe ich mir darüber überhaupt keine Gedanken gemacht. Gemüse ist gesund – und damit war das Thema für mich eigentlich erledigt.

Umso überraschter war ich, als ich irgendwann nach einem Essen bemerkte, dass mein Bauch ungewöhnlich aufgebläht war. Zuerst habe ich natürlich alles Mögliche verdächtigt. Die Sauce? Das Brot? Vielleicht zu schnell gegessen? Erst als mir das nach einem weiteren Blumenkohlgericht wieder passierte, begann ich mich genauer damit zu beschäftigen.

Und dabei stößt man schnell auf ziemlich dramatische Überschriften: Blumenkohl sei schlecht für die Schilddrüse, gefährlich bei bestimmten Medikamenten oder generell schwer verdaulich. Liest man nur solche Schlagzeilen, könnte man meinen, man sollte das Gemüse besser sofort aus dem Kühlschrank verbannen.

Ganz so ist es zum Glück nicht.

Für die meisten Menschen ist Blumenkohl ein nährstoffreiches Gemüse und kann problemlos Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein. Er liefert unter anderem Vitamin C, Vitamin K, Folat und Ballaststoffe. Trotzdem gibt es tatsächlich Situationen, in denen größere Mengen Beschwerden verursachen oder besondere Aufmerksamkeit erfordern können.

Der entscheidende Punkt ist also nicht die Frage, ob Blumenkohl grundsätzlich „gut“ oder „schlecht“ ist. Viel interessanter ist, wer ihn isst, wie viel davon gegessen wird und wie der eigene Körper darauf reagiert.

Warum Blumenkohl bei manchen Menschen den Bauch aufbläht

Das dürfte die Erfahrung sein, die die meisten kennen. Man isst eine große Portion Blumenkohl und einige Stunden später fühlt sich der Bauch plötzlich an wie ein kleiner Luftballon.

Das ist zunächst einmal nichts besonders Ungewöhnliches.

Blumenkohl enthält Ballaststoffe und bestimmte fermentierbare Kohlenhydrate. Ein Teil davon wird nicht vollständig im Dünndarm aufgenommen und gelangt weiter in den Dickdarm. Dort freuen sich unsere Darmbakterien darüber und beginnen mit der Fermentation.

Dabei entstehen Gase.

Das kann sich durch Blähungen, Völlegefühl, Druck im Bauch oder vermehrte Darmgeräusche bemerkbar machen. Manche Menschen merken davon praktisch nichts, während andere schon auf eine relativ kleine Portion reagieren.

Genau das erklärt auch, warum zwei Personen dasselbe Gericht essen können und anschließend völlig unterschiedliche Erfahrungen machen.

Besonders empfindlich können Menschen mit einem Reizdarmsyndrom reagieren. Blumenkohl zählt zu den Lebensmitteln, die aufgrund bestimmter fermentierbarer Kohlenhydrate bei empfindlichen Personen Beschwerden auslösen können.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass man ihn vollständig meiden muss.

Oft macht bereits die Menge einen erheblichen Unterschied.

Ich persönlich würde deshalb nicht mit einem riesigen Teller beginnen, wenn ich weiß, dass mein Bauch empfindlich auf Kohl reagiert. Eine kleinere Portion lässt sich häufig deutlich besser vertragen.

Auch die Zubereitung kann einen Unterschied machen. Gegarter Blumenkohl wird von manchen Menschen angenehmer empfunden als große Mengen rohen Blumenkohls.

Und dann gibt es natürlich noch den klassischen Küchentrick unserer Großeltern: Kümmel, Fenchel oder ähnliche Gewürze zum Kohl.

Ob das bei jedem einen spürbaren Unterschied macht, ist individuell. Geschmacklich passt Kümmel zu vielen Kohlgerichten aber ohnehin hervorragend.

Was hat Blumenkohl mit Blutverdünnern zu tun?

Dieser Punkt wird im Internet besonders häufig falsch dargestellt.

Man liest beispielsweise:

„Wer Blutverdünner nimmt, darf keinen Blumenkohl essen.“

So pauschal stimmt das nicht.

Blumenkohl enthält Vitamin K. Dieses Vitamin spielt eine wichtige Rolle bei der normalen Blutgerinnung. Relevant kann das insbesondere bei bestimmten Vitamin-K-antagonistischen Gerinnungshemmern wie Phenprocoumon oder Warfarin sein.

Das Problem besteht dabei normalerweise nicht darin, dass ein Mensch einmal Blumenkohl isst.

Viel wichtiger ist, dass sich die Vitamin-K-Aufnahme nicht plötzlich massiv verändert. Wer über längere Zeit ähnlich isst und dann seine Ernährung drastisch umstellt und plötzlich große Mengen Vitamin-K-reicher Lebensmittel verzehrt, kann damit die Wirkung bestimmter Medikamente beeinflussen.

Deshalb lautet die vernünftige Konsequenz nicht: „Nie wieder Blumenkohl.“

Vielmehr sollten Menschen, die entsprechende Gerinnungshemmer einnehmen, größere Ernährungsumstellungen mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin besprechen und auf eine möglichst gleichmäßige Vitamin-K-Zufuhr achten.

Wer andere Medikamente zur Blutverdünnung einnimmt, sollte ebenfalls nicht automatisch davon ausgehen, dass dieselben Regeln gelten. Die Medikamente funktionieren unterschiedlich.

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