2. Schlafposition und verstopfte Nase
Die häufigste und harmloseste Ursache ist schlicht die Schlafposition. Wer überwiegend auf der Seite oder auf dem Bauch schläft, verliert leichter etwas Speichel.
Auch eine verstopfte Nase durch Allergien, Schnupfen oder Nasenscheidewandprobleme führt oft dazu, dass nachts durch den Mund geatmet wird.
Dadurch sammelt sich Speichel leichter im Mund und läuft während des Schlafes heraus.
3. Reflux (GERD)
Steigt Magensäure nachts in die Speiseröhre auf, reagiert der Körper häufig mit einer verstärkten Speichelproduktion.
Typische Begleitbeschwerden:
Sodbrennen
saurer Geschmack im Mund
Husten in der Nacht
Heiserkeit am Morgen
Eine Behandlung des Refluxes bessert häufig auch den nächtlichen Speichelfluss.
4. Schlafapnoe
Viele Menschen wissen gar nicht, dass starkes Sabbern während des Schlafes mit einer Schlafapnoe zusammenhängen kann.
Durch wiederholte Atemaussetzer wird häufig durch den Mund geatmet. Gleichzeitig fällt das Schlucken schwerer.
Weitere Warnzeichen:
lautes Schnarchen
Atempausen
starke Tagesmüdigkeit
Konzentrationsprobleme
morgendliche Kopfschmerzen
Schlafapnoe sollte ärztlich abgeklärt werden, da sie langfristig Herz und Kreislauf belasten kann.
5. Neurologische Erkrankungen
Erkrankungen wie Parkinson, Multiple Sklerose oder andere neurologische Störungen können die Schluckmuskulatur beeinträchtigen.
Dabei wird meist nicht zu viel Speichel produziert – vielmehr wird er nicht mehr ausreichend geschluckt.
Weitere mögliche Symptome:
Zittern
Muskelsteifigkeit
Gleichgewichtsprobleme
Schluckbeschwerden
Veränderungen der Sprache
Hier ist eine neurologische Untersuchung sinnvoll.
6. Schlaganfall oder Gesichtsnervenlähmung
Besonders wichtig ist plötzlich neu auftretender einseitiger Speichelfluss in Verbindung mit weiteren Beschwerden.
Warnzeichen können sein:
hängender Mundwinkel
Lähmung einer Gesichtshälfte
Sprachstörungen
Schwäche eines Arms oder Beins
plötzliche Verwirrtheit
Treten diese Symptome plötzlich auf, sollte sofort der Notruf gewählt werden, da ein Schlaganfall ein medizinischer Notfall ist.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Gelegentliches Sabbern im Schlaf ist meist harmlos.
Eine ärztliche Abklärung ist jedoch sinnvoll, wenn:
das Problem plötzlich beginnt
der Speichelfluss deutlich zunimmt
zusätzlich Schnarchen oder Atemaussetzer auftreten
Schluckbeschwerden bestehen
neurologische Symptome hinzukommen
Schmerzen im Mund oder an den Zähnen auftreten
Was kann helfen?
Je nach Ursache können bereits einfache Maßnahmen helfen:
möglichst durch die Nase atmen
Allergien oder eine verstopfte Nase behandeln
auf eine gute Mundhygiene achten
abends schwere Mahlzeiten und Alkohol vermeiden
bei starkem Schnarchen eine Schlafuntersuchung durchführen lassen
regelmäßig zahnärztliche Kontrollen wahrnehmen
Fazit
Nächtlicher Speichelfluss ist in den meisten Fällen harmlos und wird oft durch die Schlafposition oder eine vorübergehende Mundatmung verursacht. Tritt er jedoch plötzlich auf, nimmt deutlich zu oder geht mit weiteren Beschwerden wie Schnarchen, Schluckproblemen oder neurologischen Symptomen einher, sollte er ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden. Unser Körper gibt uns häufig frühzeitig Hinweise darauf, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist – und je früher die Ursache erkannt wird, desto besser lässt sie sich oft behandeln.
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