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Einfach in den Joghurt geben? Wie eine kleine Gewohnheit beim Abnehmen helfen kann – ohne Wunderdiät und falsche Versprechen

„Ich habe neun Kilo abgenommen und seit einem Jahr keinen zugesetzten Zucker mehr gegessen.“

Als ich diesen Satz zum ersten Mal hörte, erwartete ich eine komplizierte Diät, einen strengen Ernährungsplan oder ein teures Pulver. Stattdessen zeigte mir die Frau lediglich eine kleine Schale mit Naturjoghurt, gemahlenen Leinsamen und einigen Beeren.

„Mehr mache ich morgens meistens nicht“, sagte sie. „Aber natürlich war nicht nur der Joghurt dafür verantwortlich.“

Dieser letzte Satz ist wichtig. Kein einzelnes Lebensmittel lässt Körperfett einfach verschwinden. Auch Leinsamen und Joghurt sind kein geheimes Abnehmrezept. Eine solche Kombination kann jedoch dabei helfen, eine Ernährung sättigender und strukturierter zu gestalten. Wer gleichzeitig weniger stark verarbeitete Lebensmittel, Süßigkeiten und zuckerhaltige Getränke konsumiert, nimmt möglicherweise insgesamt weniger Energie zu sich.

Genau darin lag auch das Geheimnis ihrer Veränderung: keine radikale Hungerkur, sondern viele kleine Entscheidungen, die über Monate zur Gewohnheit wurden.

Wie die neue Gewohnheit begann

Die Frau, die mir davon erzählte, hatte jahrelang immer wieder Diäten ausprobiert. Mal verzichtete sie auf Brot, dann auf Kohlenhydrate, später ersetzte sie Mahlzeiten durch Shakes. Anfangs nahm sie meist ein paar Kilogramm ab, doch nach kurzer Zeit kehrte sie zu ihren alten Gewohnheiten zurück.

Besonders schwierig waren für sie die Nachmittage.

Gegen 16 Uhr bekam sie regelmäßig Appetit auf Schokolade, Kekse oder süßes Gebäck. Oft begann es mit einem kleinen Stück, doch anschließend fiel es ihr schwer aufzuhören. Abends ärgerte sie sich darüber und nahm sich vor, am nächsten Tag strenger zu sein.

Dieser Kreislauf aus Verzicht, Heißhunger und schlechtem Gewissen änderte sich erst, als sie nicht mehr versuchte, möglichst wenig zu essen. Stattdessen wollte sie ihre Mahlzeiten so gestalten, dass sie länger satt blieb.

Eine Bekannte empfahl ihr Naturjoghurt mit gemahlenen Leinsamen. Anfangs war sie skeptisch. Die Mischung wirkte zu einfach, um einen Unterschied zu machen. Trotzdem probierte sie es aus.

Sie gab einen Esslöffel gemahlene Leinsamen in eine Schale Naturjoghurt, ließ die Mischung einige Minuten stehen und ergänzte gelegentlich Beeren oder einen geriebenen Apfel. Nach wenigen Tagen stellte sie fest, dass sie am Vormittag seltener nach etwas Süßem suchte.

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