Es gibt Rezepte, die man einmal ausprobiert und danach wieder vergisst. Und dann gibt es Gerichte, die einen sofort an einen bestimmten Ort zurückversetzen. Genau so geht es mir mit diesem griechischen Salat.
Ich erinnere mich noch gut an unseren Urlaub auf einer kleinen griechischen Insel. Es war bereits später Nachmittag, die Sonne stand etwas tiefer und wir saßen in einer einfachen Taverne direkt am Meer. Keine luxuriöse Einrichtung, keine aufwendig dekorierten Teller – nur ein paar Holztische, das Rauschen der Wellen und der Duft von gegrilltem Fisch und frischen Kräutern.
Als Vorspeise bestellten wir einen griechischen Salat. Ehrlich gesagt erwartete ich nichts Besonderes. Schließlich hatte ich zu Hause schon oft einen „griechischen Salat“ gegessen.
Doch schon der erste Bissen zeigte mir, wie groß der Unterschied sein kann.
Die Tomaten schmeckten unglaublich süß und aromatisch, die Gurken waren knackig, die roten Zwiebeln angenehm mild und der Feta so cremig, dass er fast auf der Zunge schmolz. Darüber nur etwas gutes Olivenöl, Oregano und ein paar Oliven. Mehr brauchte es gar nicht.
Auf dem Rückflug dachte ich tatsächlich noch an diesen Salat. Nicht, weil er kompliziert gewesen wäre, sondern gerade weil er so einfach war. Zu Hause begann ich zu experimentieren, bis ich den Geschmack gefunden hatte, der mich wieder an diesen Abend am Meer erinnerte.
Heute gehört dieser Salat bei uns zu den Gerichten, die im Sommer fast jede Woche auf den Tisch kommen. Er passt zum Grillen, zu Fisch, zu Fleisch oder einfach mit einem Stück frischem Brot als leichtes Abendessen.
Das Wichtigste dabei sind nicht außergewöhnliche Zutaten, sondern frische Qualität. Wenn Tomaten und Gurken richtig reif sind und das Olivenöl gut schmeckt, braucht dieses Rezept kaum noch etwas.
Zutaten
1 große Salatgurke
250 g reife Tomaten oder Kirschtomaten
200 g echter Feta
1 kleine rote Zwiebel
80 g Kalamata-Oliven
1 kleine grüne Paprika
3 EL natives Olivenöl extra
1 TL getrockneter Oregano
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
nach Belieben etwas Zitronensaft
Zubereitung
Die Gurke gründlich waschen und in mundgerechte Stücke schneiden. Die Tomaten ebenfalls waschen und je nach Größe halbieren oder grob würfeln. Die Paprika entkernen und in feine Streifen schneiden. Die rote Zwiebel in möglichst dünne Scheiben schneiden. Wer sie etwas milder mag, kann sie einige Minuten in kaltes Wasser legen.
Alles zusammen in eine große Schüssel geben und vorsichtig vermengen.
Den Feta nicht zu klein schneiden. Ich lege ihn meistens als größere Stücke auf den Salat oder breche ihn mit den Händen grob auseinander. Genau so habe ich ihn auch in Griechenland serviert bekommen.
Nun die Oliven hinzufügen.
Anschließend alles mit hochwertigem Olivenöl beträufeln und großzügig mit Oregano bestreuen. Mit etwas Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken. Da Feta und Oliven bereits Salz mitbringen, sollte man zunächst eher sparsam würzen.
Zum Schluss den Salat nur vorsichtig vermengen, damit die Tomaten ihre Form behalten und der Feta nicht vollständig zerfällt.
Vor dem Servieren lasse ich den Salat gerne fünf bis zehn Minuten stehen. In dieser kurzen Zeit verbinden sich die Aromen besonders schön.
Am liebsten genießen wir ihn mit frischem Baguette oder knusprigem Bauernbrot. Auch zu gegrilltem Hähnchen, Lamm oder Fisch passt er hervorragend.
Über die Jahre habe ich gelernt, dass man dieses Rezept nicht unnötig verändern muss. Viele geben Essig, Zucker oder aufwendige Dressings hinzu. Natürlich schmeckt das ebenfalls gut, doch gerade die Einfachheit macht für mich den besonderen Charakter eines echten griechischen Salats aus.
Ein gutes Olivenöl, sonnengereifte Tomaten, cremiger Feta und aromatischer Oregano – mehr braucht es oft gar nicht.
Jedes Mal, wenn ich diesen Salat zubereite, muss ich an diesen warmen Sommerabend in der kleinen Taverne denken. Manchmal reicht tatsächlich ein einziger Teller, um sich für einen Moment wieder wie im Urlaub zu fühlen. Genau deshalb ist dieses Rezept für mich bis heute eines meiner liebsten Sommergerichte.
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