Zutaten
Für 1 Gugelhupfform
500 g Quark
4 Eier
150 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
125 g Butter
250 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
1 Prise Salz
abgeriebene Schale von 1 kleinen Bio-Zitrone
2 EL Milch
Optional, wenn du den Kuchen etwas verfeinern möchtest
50 g kleine Schokostückchen
40 g Rosinen
2 EL gehobelte Mandeln
etwas Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung
Zuerst heize ich den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vor, weil ich es mag, wenn alles bereit ist, sobald der Teig in die Form kommt. Während der Ofen warm wird, kümmere ich mich um die Gugelhupfform. Ich fette sie gründlich mit etwas Butter ein und streue sie ganz leicht mit Mehl oder feinen Semmelbröseln aus. Früher habe ich diesen Schritt manchmal schnell abgetan, aber gerade beim Gugelhupf lohnt sich ein bisschen Sorgfalt. Nichts ist ärgerlicher, als wenn so ein schöner Kuchen später an der Form hängen bleibt. Wenn man sich hier zwei Minuten Zeit nimmt, erspart man sich viel Herzklopfen.
Dann schmelze ich die Butter langsam in einem kleinen Topf und stelle sie zum Abkühlen beiseite. Sie soll noch flüssig sein, aber nicht mehr heiß. In dieser Zeit trenne ich die Eier. Das Eiweiß gebe ich in eine saubere, fettfreie Schüssel, denn daraus wird später der Eischnee, der den Kuchen so schön locker macht. Das Eigelb kommt in eine zweite, größere Schüssel. Dazu gebe ich den Zucker und den Vanillezucker und schlage alles so lange auf, bis eine helle, cremige Masse entsteht. Genau dieser Schritt bringt schon so viel Luft in den Teig, dass der Kuchen später wunderbar fein wird.
Wenn die Eigelbmasse schön cremig ist, kommt der Quark dazu. Ich rühre ihn löffelweise unter, damit alles glatt wird und keine Klümpchen bleiben. Dann füge ich die leicht abgekühlte Butter hinzu und rühre wieder alles gründlich durch. Schon jetzt sieht die Masse herrlich aus: weich, cremig, fast ein wenig wie eine sehr zarte Dessertbasis. Jetzt kommen noch die Zitronenschale und die zwei Esslöffel Milch dazu. Die Zitrone macht den Kuchen nicht zitronig im eigentlichen Sinn, sondern hebt die Frische nur ganz leicht an. Für mich gehört das inzwischen fast immer dazu, weil der Gugelhupf dadurch besonders rund schmeckt.
In einer separaten Schüssel mische ich Mehl, Backpulver und die Prise Salz. Diese Mischung siebe ich nach und nach über die Quarkmasse und rühre sie vorsichtig unter. Man muss hier nicht hektisch arbeiten. Es reicht, wenn am Ende ein glatter, etwas festerer Rührteig entstanden ist. Wenn ich Schokostückchen oder Rosinen verwende, hebe ich sie jetzt unter. Beides mache ich aber nur gelegentlich. Die Grundversion ist oft so schön schlicht, dass sie gar nicht viel mehr braucht.
Nun schlage ich das Eiweiß steif. Ich mag diesen Moment, weil man richtig sieht, wie aus etwas Flüssigem eine feste, luftige Masse wird. Wenn der Eischnee glänzend und stabil ist, hebe ich ihn in zwei oder drei Portionen vorsichtig unter den Teig. Nicht rühren wie verrückt, sondern mit Gefühl. Genau diese Luftigkeit macht später den Unterschied. Der Teig wird dadurch weicher, leichter und bekommt diese wunderschöne fluffige Struktur, die ich an diesem Gugelhupf so liebe.
Jetzt fülle ich den Teig in die vorbereitete Form und streiche ihn oben leicht glatt. Wenn ich Lust habe, streue ich manchmal noch ein paar gehobelte Mandeln darüber, aber das ist wirklich nur eine kleine Spielerei. Der Kuchen kommt dann auf die mittlere Schiene in den Ofen und backt dort ungefähr 40 bis 45 Minuten. Jeder Ofen ist ein bisschen anders, deshalb schaue ich gegen Ende nach. Die Oberfläche sollte goldgelb sein und ein Holzstäbchen möglichst sauber herauskommen. Wenn noch ein paar feuchte Krümel daran hängen, ist das völlig in Ordnung. Wichtig ist nur, dass kein flüssiger Teig mehr dabei ist.
Während der Gugelhupf im Ofen ist, beginnt dieser wunderbare Teil des Backens, den ich fast am meisten liebe. Erst riecht es nach warmer Butter, dann nach Vanille, dann nach diesem milden, fast heimeligen Duft von Quarkkuchen. Die ganze Küche verändert sich. Plötzlich wirkt alles freundlicher. Selbst an trüben Tagen hat man das Gefühl, dass ein wenig Licht im Raum ist. Ich ertappe mich dann oft dabei, wie ich viel zu früh vor den Ofen gehe, nur um kurz nachzusehen. Natürlich weiß ich, dass der Kuchen noch Zeit braucht, aber allein der Blick auf die langsam goldene Oberfläche macht mich schon glücklich.
Sobald der Gugelhupf fertig ist, schalte ich den Ofen aus und lasse die Tür einen kleinen Spalt offen. Der Kuchen bleibt noch fünf bis zehn Minuten darin stehen. Das ist ein kleiner Trick, den ich von früher übernommen habe. So kann er sich langsam an die kühlere Luft gewöhnen und fällt nicht so leicht zusammen. Danach nehme ich ihn heraus und lasse ihn noch einige Minuten in der Form ruhen. Erst dann stürze ich ihn vorsichtig auf ein Gitter.
Es ist immer ein schöner Moment, wenn man die Form abnimmt und sieht, dass alles gelungen ist. Diese klassische Gugelhupfform, die feinen Rillen, die goldgelbe Oberfläche – schon da ahnt man, wie gut er schmecken wird. Wenn er etwas abgekühlt ist, bestäube ich ihn manchmal mit Puderzucker. Nicht zu viel, nur eine feine Schicht. Manchmal lasse ich das auch weg, besonders wenn ich ihn ganz schlicht mag. Beides passt wunderbar.
Natürlich ist es schwer, auf den ersten Anschnitt zu warten. Am besten schmeckt er zwar vollständig abgekühlt, weil sich dann die Struktur ganz gesetzt hat, aber lauwarm hat er etwas unwiderstehlich Tröstliches. Die Krume ist dann noch ganz weich, fast zart, und der Duft steigt einem beim Anschneiden direkt entgegen. Genau in solchen Momenten verstehe ich immer wieder, warum einfache Kuchen so geliebt werden. Sie brauchen keine Erklärung. Ein Bissen genügt.
Am liebsten serviere ich diesen Gugelhupf einfach pur. Zu Kaffee, zu Tee oder am Nachmittag, wenn man etwas Kleines Süßes möchte. Wer mag, kann etwas geschlagene Sahne dazu reichen oder frische Beeren, aber eigentlich braucht der Kuchen das gar nicht. Er trägt sich wunderbar selbst. Das ist für mich immer ein Zeichen von einem wirklich guten Rezept.
Was ich besonders an ihm liebe, ist seine Verlässlichkeit. Er passt zu fast jeder Gelegenheit. Für spontanen Besuch, für Sonntagnachmittag, für einen Kuchenteller im Büro, für Nachbarn oder einfach nur für einen selbst. Er bleibt auch am nächsten Tag schön saftig, wenn man ihn gut abdeckt. Und manchmal, wenn überhaupt etwas übrig bleibt, schmeckt er am zweiten Tag fast noch besser, weil alles dann noch ein wenig mehr miteinander verbunden ist.
Wenn ich heute in meiner Küche stehe und diesen Quark-Gugelhupf backe, habe ich oft das Gefühl, dass sich damit nicht nur ein Rezept wiederholt, sondern eine kleine Gewohnheit des Glücks. Man tut etwas Vertrautes, man weiß ungefähr, wie es ausgeht, und gerade deshalb ist es so schön. Nicht jeder Tag braucht Überraschungen. Manchmal reicht ein Kuchen, der verlässlich gut wird und nach Zuhause riecht. Mehr braucht es oft gar nicht.
Tipps und Varianten
Wenn du den Gugelhupf noch frischer magst, kannst du etwas mehr Zitronenabrieb verwenden oder sogar einen kleinen Löffel Zitronensaft in den Teig geben. Ich würde aber nicht zu viel nehmen, damit der feine Quarkgeschmack erhalten bleibt.
Für eine etwas winterlichere Version passt auch ein Hauch Zimt sehr schön. Nicht so viel, dass der Kuchen wie Weihnachtsgebäck schmeckt, sondern gerade genug, dass er etwas wärmer wirkt.
Rosinen sind Geschmackssache, aber in diesem Kuchen machen sie sich erstaunlich gut. Ich weiche sie manchmal vorher kurz in etwas warmem Wasser ein, damit sie besonders saftig bleiben.
Schokostückchen passen wunderbar, wenn der Gugelhupf etwas verspielter werden soll. Kleine Stückchen aus Zartbitterschokolade geben dem Kuchen eine schöne Tiefe, ohne ihn zu süß zu machen.
Wenn du statt Quark eine Mischung aus Quark und Frischkäse verwenden möchtest, funktioniert das auch, allerdings wird der Kuchen dann etwas voller und dichter. Ich bleibe meistens beim Quark, weil ich genau diese leichte Saftigkeit so gern mag.
Auch in Muffinförmchen lässt sich der Teig gut backen. Dann verkürzt sich die Backzeit deutlich, meist auf etwa 20 bis 25 Minuten. Das ist praktisch, wenn man kleine Portionen möchte oder etwas zum Mitnehmen braucht.
Wichtig ist bei diesem Rezept vor allem, den Eischnee nicht grob zu unterrühren. Je sanfter man hier arbeitet, desto luftiger wird das Ergebnis. Und wie so oft beim Backen ist Geduld am Ende ein guter Freund. Nicht zu früh aus der Form nehmen, nicht zu heiß anschneiden, auch wenn es schwerfällt.
Wenn du den Kuchen für Gäste backst, kannst du ihn mit etwas Puderzucker und wenigen gehobelten Mandeln sehr hübsch servieren. Es muss nichts Aufwendiges sein. Gerade die schlichte Optik passt wunderbar zu seinem Charakter.
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