Es gibt Kuchen, die man nicht nur bäckt, sondern immer wieder in Gedanken bei sich trägt. Für mich ist dieser leichte Butterkuchen genau so ein Rezept. Er erinnert mich an ruhige Nachmittage, an den Duft aus der Küche und an das Gefühl, sich etwas Gutes zu tun, ohne danach ein schlechtes Gewissen zu haben. Früher habe ich klassische Butterkuchen gebacken – üppig, schwer, unglaublich lecker, aber oft auch so mächtig, dass ein kleines Stück völlig gereicht hat. Irgendwann habe ich angefangen zu überlegen, ob es nicht auch anders geht. Ob man diesen typischen, warmen Butterkuchengeschmack beibehalten kann, aber in einer leichteren, alltagstauglicheren Version.
Die Idee zu diesem Rezept entstand ganz unspektakulär. An einem Sonntag hatte ich Lust zu backen, aber nicht auf einen Kuchen, der nur für besondere Anlässe taugt. Ich wollte etwas, das man auch mal unter der Woche essen kann, zum Nachmittagskaffee oder als kleines Stück am Morgen. Etwas, das saftig ist, aber nicht schwer im Magen liegt. Also habe ich angefangen zu experimentieren: weniger Zucker, weniger Butter, mehr Joghurt, etwas Milch statt Sahne. Nicht aus Zwang, sondern aus dem Wunsch heraus, ein Rezept zu haben, das man öfter backen kann.
Dieser Kuchen ist das Ergebnis. Er ist weich, feinporig, angenehm süß, aber nicht überladen. Er schmeckt nach Vanille, ein bisschen nach Butter, aber vor allem nach Geborgenheit. Genau so, wie ich es aus meiner Kindheit kenne – nur eben moderner und leichter. In unserer Familie ist er inzwischen ein fester Bestandteil geworden. Wenn ich ihn backe, weiß jeder: Heute wird es gemütlich.
Zutaten
Für den Kuchen:
120 g weiche Butter (nicht geschmolzen)
120 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
3 Eier (Größe M, Zimmertemperatur)
200 g Naturjoghurt (3,5 % oder fettarm)
60 ml Milch
300 g Weizenmehl (Type 405 oder 480)
1 TL Backpulver
½ TL Natron
1 Prise Salz
Für den leichten Butterguss:
60 g Butter
80 g Zucker
80 ml Wasser
1 TL Vanilleextrakt
ein paar Tropfen Bittermandelaroma (optional)
Zubereitung
Ich beginne immer damit, den Backofen auf 170 Grad Ober- und Unterhitze vorzuheizen. In dieser Zeit kann man alles ganz in Ruhe vorbereiten, ohne Hektik. Eine Gugelhupf- oder Kastenform fette ich leicht ein und bestäube sie mit etwas Mehl. Das dauert keine Minute, erspart aber später viel Ärger.
In einer großen Schüssel rühre ich die weiche Butter mit dem Zucker und dem Vanillezucker cremig. Das ist für mich ein ganz wichtiger Schritt. Ich lasse mir dabei Zeit, bis die Masse hell und fluffig wird. Dann gebe ich die Eier einzeln dazu und rühre jedes Ei gründlich unter, bevor das nächste hineinkommt. So verbindet sich alles gleichmäßig, und der Teig wird schön fein.
Anschließend rühre ich den Joghurt unter. Er sorgt später für die Saftigkeit und ersetzt einen großen Teil der Butter, ohne dass man geschmacklich etwas vermisst. Die Milch kommt ebenfalls dazu und macht den Teig geschmeidig. In einer separaten Schüssel vermische ich Mehl, Backpulver, Natron und Salz. Diese trockenen Zutaten hebe ich portionsweise unter die feuchte Masse. Ich rühre nur so lange, bis alles gerade eben vermischt ist – nicht länger. Das ist wichtig, damit der Kuchen locker bleibt.
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